100-prozentiger Einsatz bis zuletzt

Von Martin Lugauer

Der Wetzlarer Oberbürgermeister aber hat sich gegen eine erneute Kandidatur entschieden. Die Argumente, andere Akzente in der Lebensplanung zu setzen, sind absolut nachvollziehbar. Dieses Amt ist eine Herkulesaufgabe. Die Anforderungen an den Amtsinhabern nehmen von Jahr zu Jahr zu, sie sind nur mit äußerster Disziplin und 100-prozentigem Einsatz zu meistern. Das Privatleben muss mit einem Minimum auskommen.

Für einen Oberbürgermeister kann es keine Altersteilzeitregelung und keine 75- oder 50-Prozent-Stelle geben. Dette ist 63 Jahre alt und würde eine etwaige vierte Amtszeit als über 70-Jähriger beenden. Vor diesem Hintergrund gehört sicherlich auch das Thema Gesundheit zu den Überlegungen Für oder Wider eine erneute Kandidatur. Wolfram Dette hat sich nun nicht nur für etwas mehr Privatleben entschieden, sondern sich auch die Möglichkeit für Auszeiten und fürs Entschleunigen gegeben.

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Seine Entscheidung darf keinesfalls als Beleg für eine gewisse Amtsmüdigkeit gewertet werden. Mehr als ein Jahr lang bleibt Dette noch Chef im Wetzlarer Rathaus. Er ist kein Typ, der es nun locker auslaufen lässt. Für beispielsweise die Weiterentwicklung des Ikea-Projekts, für den Ausbau von Studium Plus und für die Konsolidierung der Wetzlarer Finanzen wird er weiterhin 100-prozentigen Einsatz zeigen. Und auch ab Dezember 2015, das kann als sicher gelten, wird er sich in unterschiedlicher Weise für Wetzlar engagieren.

Dettes Verzicht auf eine erneute Kandidatur bringt nun auch Planungssicherheit für die politischen Mitbewerber. Derzeit ernsthaftester Kandidat für den vakanten Oberbürgermeisterposten ist Bürgermeister Manfred Wagner (SPD). Und was machen die übrigen Parteien?


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