Abkassiert & abgeschaltet

Von Steffen Gross

Schon seit Jahren bezahlt der Stromkunde teuer für den Ausbau der Erneuerbaren Energien - und das nicht allein über steigende Netzentgelte. Wann immer irgendwo in Deutschland ein Windrad, Solaranlage, Biogasanlage und anderes mehr ans Netz gehen, wird der Verbraucher über die EEG-Umlage an deren Kosten beteiligt. Seit zwei Jahren zahlt er mit der Offshore-Haftungsumlage außerdem die Entschädigungsleistungen für zu spät ans Netz angeschlossene Windparks.

Das alles wäre zu verschmerzen, wenn nur am Ende das Ergebnis stimmen würde. Tut es aber nicht, weil die Lösung, eine effiziente Speichermethode, noch immer im Versuchsstadium steckt. Die Erzeugung von grünem Strom ist nicht nur stark wetterabhängig, auch passen Verbrauch und Produktion immer seltener zusammen. Wieder soll der Kunde büßen. Mit der Kaskadierung wird er abgeschaltet, rausgeworfen aus einem System, das er selber bezahlt hat. Das klingt nicht nur nach Steinzeit, das wird auch die Akzeptanz der bislang verkorksten Energiewende weiter senken.

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Kommentare (2)
Hohe Kosten, kein Ergebnis. Sowas nennt man Bankrotterklärung. Aber bei uns werden weiter Windräder ohne Wind genehmigt und betrieben. Sowas nennt man Dummheit. Hoffentlich lesen viele Leute diesen Artikel und ziehen mehr
die Konsequenzen. Sowas nennt man Wahlen.
Recht hat er, leider. Hoffentlich kapieren das möglichst bald alle, die in völliger Verblendung so tun, als wäre der Windwahn hierzulande alternativlos. Lieber ein paar Jahre planen und dann ein vernünftiges mehr
europäisches Energiekonzept, als jetzt planlos alles kaputt machen. Es geht ohne Atomkraft, aber das heißt nicht, dass der Ausstieg ohne Sinn und Verstand betrieben werden muss.
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