Alles eine Sache der Perspektive?

Eva Reh
Eva Reh

Vielleicht ein kleiner Trost für den Verein, der sich die Mühe gemacht hat, den Kieler ins beschauliche Herborn zu holen: Die Stadt hat bei der Karikatur ihrer selbst kräftig mitgewirkt. Das ist nicht nur schade für den Künstler und lustig für die Leser, das ist peinlich für Herborn. Und zwar nicht, weil da jemand mal wieder nicht Kunst von Vandalismus oder Müll unterscheiden konnte, sondern weil Absprachen getroffen und nicht eingehalten wurden.

Es fällt nicht nur schwer, den Vorschlag eines städtischen Mitarbeiters ernst zu nehmen, der Künstler könne den alten, von ihm sorgfältig verwahrten Spiegel und die Klobrille, quasi als Ersatz, mitnehmen – ganz abgesehen davon, dass es sich dabei um Eigentum der Stadt handelt. Diese kommunikative Glanzleistung macht vor allem eines offensichtlich: Da prallen Welten aufeinander, Welten, die einander anscheinend so fremd sind, dass Kommunikation kaum möglich ist, obwohl sie gerade in einem Haus der Kunst von zentraler Bedeutung sein sollte.


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