Angst darf nicht siegen

Von Maike Wessolowski

Doch nicht nur Fast-Food-Konsum und der so genannte Personality-Wahlkampf sind über den großen Teich geschwappt.

Offenbar ist ein Lieblingsthema der Amerikaner, wenn auch im Kleinen, angekommen: „Wir müssen uns mit Waffen schützen.“

Ehrlich gesagt, habe ich mir eine vielleicht sehr europäische Ansicht bewahrt: Mir machen 600 Menschen, die eine Waffe tragen, derer sie vielleicht nicht Herr sind, mehr Angst, als die Tatsache, das ich mich ohne Waffe in einem möglichen Übergriff verteidigen müsste.

Ein Beispiel: Im Lahn-Dill-Kreis leben mehr als 250 000 Menschen. Die Zahl der gemeldeten Überfälle auf Frauen im Kreis lässt sich mit zwei Händen abzählen.

Meine Oma hat immer gesagt: „Wenn dir einer Böses will, dann machste nix. Denk’ nicht drüber nach.“

Das war nicht als Argument gemeint, keine Selbstverteidigung zu erlernen oder sich nicht für solche Situationen zu sensibilisieren.

Der Schriftsteller Christoph Marzi formulierte es vielleicht eleganter: „Angst lässt uns nicht im Jetzt, sondern im Vielleicht leben. Letzten Endes lässt sie uns gar nicht leben.“


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