Bauernopfer verhindern

Von Jürgen Vetter

Zugegeben, dass die Funktionäre des Deutschen Bauernverbands recht früh mal ganz pauschal eine Milliarde Euro Nothilfe für die vom Wetter gebeutelten Landwirte gefordert hatten, war nicht eben besonders klug. Dürrefolgen lassen sich eben nicht mit dem Gießkannenprinzip lindern.

Trotzdem hat sich gerade in der aktuellen Erntesaison gezeigt, das die Bauern unter den Auswirkungen des Klimawandels besonders stark zu leiden haben. Die Schäden sind da, und sie sind hoch. Gut, dass nun geholfen wird. Denn angesichts von dauerhaft zu niedrigen Erzeugerpreisen werden Landwirte nicht nur in die Massenproduktion gezwungen. Gleichzeitig sind ihre Einnahmen so niedrig, dass sie kaum Rücklagen bilden können, mit denen nach Missernten Einkommenseinbußen ausgeglichen werden könnten.

In solch einer Lage sind Nothilfen schnell überlebenswichtig, wenn Wetterkapriolen zu sehr schlechten Ernten führen. Und leider werden diese Witterungsereignisse in Zukunft wohl noch häufiger werden.

Die Landwirte haben sich bereits einige Gedanken gemacht, wie sie mit längeren Trockenperioden besser zurechtkommen können. Sie wollen nicht Teil des Problems sein, sie wollen Teil der Lösung sein. Andere sollten nun überlegen, wie man die Bauern beispielsweise für den Erhalt der Kulturlandschaft finanziell unterstützt – wenn sie dabei schonend mit der Natur umgehen.

Es müssen Lösungen her. Und wir alle müssen darauf achten, dass sich die Politik auf dem großen Schachbrett verschiedenster Interessen nicht zu unnötigen Bauernopfern hinreißen lässt.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Weilburg