Da wird der
 Laie nachdenklich

Standpunkt zu Windrad-Standorten

Von Hartmut Bünger

Wer sich in die Welt der hessischen Windkraft begibt, Landesentwicklungsplan, Teilregionalplan Energie und Klimaschutzkonzept studiert, der stellt fest: Ein schlüssiges, fest gefügtes Konzept ergibt das alles nicht. Im Gegenteil: Hier ist vieles im Fluss. Und schlimmer noch: Hier gibt es Widersprüche, die den Laien nachdenklich werden lassen.
Ein Beispiel: Der Landesentwicklungsplan geht bei seinen Berechnungen davon aus, dass eine 3-Megawatt-Anlage etwa 10 Hektar Platz benötigt. Das wiederum heißt für die Planer: Auf zwei Prozent der Landesfläche, 40.000 Hektar, lassen sich rund 4000 Anlagen unterbringen.

Regierungspräsidium und Landkreis wiederum veranschlagen bei ihren Überlegungen üblicherweise pro Windrad 15 Hektar. Dass dies nur ungefähre Werte sein könne, ist mir auch klar. Aber stellen Sie sich einmal vor, man würde im Landesentwicklungsplan auch mit 15 Hektar pro Anlage rechnen.

Dann würde man entweder auf einmal 3 Prozent der Landesfläche benötigen oder auf 2 Prozent der Landesfläche nicht mehr 4000, sondern nur noch 2666 Räder unterbringen. Die Auskunft des Regierungspräsidiums, die Zahlen 10 und 15 seien „nicht in Stein gemeißelt“ und feste Größen gebe es da nicht, vermögen da nicht wirklich zu trösten. Das wirkt doch alles ein wenig arg über den Daumen gepeilt.

Wie viele Räder wirklich einmal im Landkreis stehen werden, vermag derzeit wohl niemand zu sagen. Fest steht allein: 36 Anlagen unterschiedlicher Größe gibt es jetzt schon. 23 weitere Windkraftanlagen sind genehmigt. Weitere, beispielsweise zwischen Biedenkopf und Breidenbach, werden folgen.


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