Der Schirm ist nötig - aber kein Grund zum Jubeln

Von Dirk Wingender
Von Dirk Wingender

Es bliebe vermutlich beim Lippenbekenntnis. Denn solch ein Sparprogramm ist eigentlich seit Jahren nötig. Seit 2008 schreibt die Stadt Dillenburg jedes Jahr rote Zahlen. Jedes Jahr muss sie sich vom Lahn-Dill-Kreis ihren Haushalt genehmigen lassen und Willen zum Sparen bekunden. In Ausschüssen, sogar in einer Extra-Arbeitsgruppe, haben die Politiker sich die Köpfe darüber heiß geredet, was sie streichen sollen. Haben über einzelne Prozente bei Friedhofsgebühren gezankt. Kleinkram im Vergleich zur Summe der Schulden, die sich anhäufen.

Und nun? Wenn der Schirm kommt, setzt der Finanzminister den Dillenburgern die Pistole auf die Brust: 2,4 Millionen Euro im Jahr weniger ausgeben! Peng.

Welche Folgen die Einsparungen haben? Man weiß es noch nicht. Der Schirm für Dillenburg ist auch ein Eingeständnis von Ohnmacht. Ehrenamtliche Politiker stoßen an ihre Grenzen. Und sie begeben sich in Gefahr, dem Land den schwarzen Peter für Entscheidungen zuzuschieben, wenn Bürgern Einschnitte erklärt werden müssen. Der Schirm ist nötig. Grund zum Jubeln ist er nicht.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Dillenburg