Der Ton wird immer rauer

Umleitungsstrecke Rechtenbach

Von Christian Keller

Ausgerechnet jetzt im Sommer, wenn wenigstens nachts die Fenster zum Lüften aufgerissen werden. Es ist laut, es ist dreckig, mitunter sicher auch gefährlich. Verständlich, dass die Anwohner der Gießener Straße sauer sind. Tauschen möchte mit ihnen sicher keiner, außer vielleicht die Anwohner der Frankfurter Straße, für die dieser Verkehr sonst alltäglich ist.

Schuldige werden gerne gesucht und in Behörden oder noch besser Politikern gefunden: „Die da oben“. Eine sachliche Diskussion ist oft von vorne herein nicht möglich. Behauptungen werden aufgestellt: „Die machen das extra“ oder „Mit uns kann man’s ja machen“. Aus Betroffenen werden Experten, die plötzlich wissen, ob und wie ein Kanal oder eine Straße erneuert werden müssen.

Die Verantwortlichen in den Rathäusern oder übergeordneten Behörden versuchen zu erklären, warum es so sein muss und nicht anders. Zugegeben: häufig nicht unbedingt mit Fingerspitzengefühl. Gesetze und Verordnungen sind ihre Leitlinien. Aber auch hier, kein Verständnis bei denen, die es betrifft: „Alles Schikane!“ Beileibe nicht! Wo kämen wir hin, wenn jedes Mal im Einzelfall oder nach Gutdünken entschieden werden müsste.

Ganz nüchtern betrachtet, hat die Verwaltung das getan, was sie tun muss. Auch wenn das den Anwohnern nicht hilft. Was jetzt nur helfen kann, sind die Verkehrsteilnehmer, denn schließlich sind die es, die den Anwohnern schlaflose Nächte bereiten.


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