Der Vorsitzende beschädigt sein Amt

Standpunkt

Das ist nicht gerade die feine Art. Eine Wahl kann man verlieren, persönlich sollte man das nicht nehmen. Noch dazu, wenn man es als einer von vier Kandidaten in die Stichwahl geschafft hat. Dass Ulrich Aumüller, der Unterlegene der Villmarer Bürgermeisterwahl, jetzt nicht da ist, um den Sieger in das Amt einzuführen, ist schwach. Denn diese Pflicht geht mit dem  Vorsitz der Gemeindevertretung einher.
Klar, es gibt Gründe, die ein Fernbleiben rechtfertigen. Krankheit, oder ein anderer wichtiger Termin. Aber Urlaub auf Mallorca? So lange kann der noch nicht gebucht sein, da muss man Axel Paul Recht geben. Schließlich wäre Aumüller im Falle eines Wahlsieges heute selbst in das Amt eingeführt worden.
Wenn Hepp zum 1. Juli ausscheidet, dann muss spätestens an diesem Tag der Nachfolger handlungsfähig sein. Dass die Sitzung also in diese Woche fällt, kommt nicht überraschend. Noch dazu, da Aumüller ja selbst dazu eingeladen hat.
Und selbst wenn wichtige Gründe vorliegen, dann gehört es sich, mit allen Beteiligten das Gespräch zu suchen, sich für das Fernbleiben zu entschuldigen und das nicht nur in Form einer Mail. Denn bei aller Gekränktheit: Hier geht es um mehr als nur persönliches Befinden. Der Vorsitzende der Parlamentes hat Vorbildcharakter für alle Mitglieder. Und sollte er heute Abend nicht anwesend sein, beschädigt er auch sein Amt.


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