Die Probleme sind nur vertagt

Sackpfeifen-Kompromiss

Von Susan Abbe

Denn das Kompromisspapier zeigt allzu deutlich, wie weit die Fraktionen tatsächlich auseinander liegen. Mehr als ein Grundsatzbeschluss war nicht drin. Die wichtigsten Fragen bleiben unbeantwortet: Was will Biedenkopf mit der Sackpfeife eigentlich machen? Wann soll es dort losgehen? Und was will die Stadt dafür ausgeben? Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Unter dem Strich lautet die Botschaft: Wir wollen, dass es mit dem Freizeitzentrum weitergeht. Aber wir wissen nach wir vor nicht wie.

Denn dazu haben die Fraktionen einfach keine gemeinsame Linie gefunden. Die SPD will keine großen Investitionen und nur noch ein Wandergebiet auf der Sackpfeife. CDU und FDP wollten eigentlich 1,69 Millionen Euro in eine Ganzjahresrodelbahn investieren. Der BB gibt indes die Hoffnung nicht auf, dass ein Investor auftaucht und die Millionen ins Freizeitzentrum investiert, die die Stadt dort seines Erachtens nicht ausgeben soll.

Wie es gelingen soll, diese Positionen zusammenzubringen, bleibt bisher das Geheimnis der beteiligten Fraktionen – zumindest, solange der herbeigesehnte Investor ausbleibt ...

Auch hinter dem Bau der Berggaststätte stehen weiterhin Fragezeichen. Das gemeinsame Bekenntnis zum 1,38 Millionen Euro teuren Neubau ist zwar da. Ob die Gaststätte unter den im Kompromiss genannten Bedingungen aber je gebaut wird, steht in den Sternen. Ein vom Parlament im Juni befragter Gastronomie-Experte sieht jedenfalls wenig Chancen, einen guten Pächter zu finden, bevor die Gaststätte überhaupt steht. Ohne Pächter aber darf es dem Kompromisspapier zufolge keine Gaststätte geben. Was in diesem Falle mit dem Freizeitzentrum werden soll, das ja irgendeine Gastronomie braucht – man weiß es nicht.

Der Kompromiss vom Donnerstag ist somit wirklich nur ein Anfang. Denn die Fraktionen haben die eigentlichen Probleme nur vertagt: Es reicht nicht, sich zu einigen, dass es auf der Sackpfeife weitergehen soll. Sie müssen vor allem bald entscheiden, wann und wie es weitergehen soll. Wenn das nicht gelingt, dann ist der jetzt gefundene Kompromiss nichts wert.


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