Die erwartet klare Sache

Bürgermeisterwahl in Runkel

VON CH. MÜLLER-LANG

Zwei parteigebundene Kandidaten hatten sich gestellt. Sie konnten nicht unterschiedlicher sein. Hier Friedhelm Bender, ein alter Hase in der Kommunalpolitik, seit Jahrzehnten in Stadt und Kreis engagiert, seit sechs Jahren Chef im Rathaus. Dort Ragnhild Schreiber, die nach einer Familienpause seit vier Jahren politisch wieder durchstartete. Die in Frankfurt geborene CDU-Politikerin lebt seit Anfang der 90er Jahre in Schadeck. SPD-Mann Bender wurde in Wirbelau geboren, wo er immer noch lebt. Kaum jemand, der ihn im Runkeler Land nicht kennt.

Die Herausforderin konnte im Wahlkampf mit ihrer Außenseiterrolle offenbar gut leben. In der heißen Phase verzichtete sie auf größere Veranstaltungen. Zweieinhalb Wochen lief die Gymnasiallehrerin für Musik und Religion nach der Schule von Haus zu Haus, um sich den Bürgern vorzustellen.

Maß und Menschlichkeit forderte Ragnhild Schreiber mit Blick auf die schwierige finanzielle Situation der Stadt. Sie wollte einen konsequenten Schuldenabbau und ein Maßhalten bei neuen Investitionen. Respekt vor ihrem Mut zur Kandidatur! Doch die Frau mit dem ungewöhnlichen Vornamen mag vielleicht den einen oder anderen nachdenklich gemacht haben, das Gros der Wähler erreichte sie mit ihren Argumenten nicht.

Es war die von vielen erwartet klare Sache für Bender. Nicht jeder mag mit allen Entscheidungen des volksnahen und bodenständigen Machers zufrieden sein. Doch die Bürger haben ein deutliches Zeichen gesetzt. Ihr Vertrauen gehört dem Amtsinhaber.


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