Ein Drama ohne Happy End?

Landgestüt in Dillenburg

Von Maike Wessolowski

Denn bislang waren nur andere Mitglieder der schwarz-grünen Landesregierung im Rampenlicht, die stellvertretend für den Landesvater, den Regisseur, agiert haben. Jeder in seiner Rolle: Priska Hinz, grüne Umweltministerin, kritisiert das Tierwohl im Gestüt.

Wirtschaftsexperte Clemens Reif, der immer das Geld im Blick hat, spekuliert in die Zukunft.

Anzeige

Populist Hans-Jürgen Irmer, ebenfalls CDU-Landtagsabgeordneter, kritisiert die Schließung auf allen ihm sich bietenden Kanälen. Kritik an Ihrer Rolle muss sich in diesem Drama auch die Dillenburger CDU gefallen lassen, die jetzt so leidenschaftlich für das Gestüt kämpft. Denn die Bitte „vom Land um Verschwiegenheit“ vor sieben Monaten war eine CDU-interne. Was geht vor – Stadt oder Partei?

Doch auch, wenn wir alle Nebenschauplätze verlassen: Der Schluss des Stücks sieht derzeit nicht nach dem Happy End aus, das sich das Publikum wünscht.

Das nämlich möchte in diesem Theater nur die eine Frage beantwortet wissen: „Was muss getan werden, um das Landgestüt in Dillenburg zu erhalten?“

Doch in Bouffiers Antwort ist deutlich zu lesen – nach Willen des Landesvaters schreibt das Schicksal dem Dillenburger Gestütsdrama ein anderes Finale.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Mehr zum Thema
Kommentare (1)
Beim Thema "Erhalt des Landgestüts" ist eine Beschäftigung mit den demokratischen Rechten, die jedem Bürger offenstehen interessant. Es gibt die unterschiedlichste Formen: Demonstrationen, Anschreiben und Ansprechen der mehr
politischen Vertreter, Leserbriefe, Posts in den sozialen Medien und natürlich Petitionen zum Erhalt dieser für Dillenburg und die Region so wichtigen "Institution". Letztlich sind dies alles Bitten und Wünsche. Es kann Druck erzeugt werden; das ja. Aber nichts davon verpflichtet eine Landesregierung, diese Entscheidung rückgängig zu machen, trotz aller wichtigen und guten Argumente und trotz eines ausgezeichneten Memorandums der Nachbarstadt Herborn. Vielleicht wurde diese Entscheidung tatsächlich gegen gewichtige sachliche Gründe und gegen den Willen der Wähler und der Mehrheit der Bevölkerung getroffen? An dieser Stelle würde es sich geradezu anbieten, ein Volksbegehren zu starten, dass dann zu einem Volksentscheid geführt werden könnte. Die Bürger selbst würden dann anstelle der Landesregierung bzw. des Parlamentes abschliessend entscheiden und nicht nur bitten. Doch wie stehen die Chancen fürf eine Durchführung im Land Hessen? Theoretisch wäre das möglich. Doch kein einziges Mal in mehr als 60 Jahren hat es in unserem Bundesland Hessen ein erfolgreiches Volksbegehren gegeben. Das ist kein Zufall, denn nirgendwo liegen die Hürden für Bürgerinitiativen so hoch. 20% der hessischen Wähler müssen eine solche Abstimmung per Unterschrift fordern. Und: Die Initiatoren haben nur 14 Tage Zeit dazu. Das ist aber noch nicht alles: Es gibt für die Hessen die Vorgabe, dass sie ihre Unterschrift innerhalb dieser kurz bemessenen Frist persönlich und in den Amtsräumen ihrer Stadt- und Gemeindeverwaltungen leisten müssen.
Bisher wurde das zwar noch nicht erreicht, aber es gibt ja immer ein erstes Mal! - Hans-Udo Sattler (Greifenstein-Beilstein)
Mehr aus Standpunkte Dillenburg