Ein Spiel mit 
der Gesundheit

Standpunkt zu den Dioxinfunden bei Woolrec

Nichts beschreibt die seit Jahren betriebene Hinhalte-Taktik der Gießener Aufseher in dem Umwelt-Streit besser als das. Wieso wurden diese Untersuchungen bei der Brisanz des Werkstoffes nicht schon lange in eigener Regie vorgenommen? Warum hat sich das Regierungspräsidium auf die Aussagen der Firma Woolrec und des mit ihr verbandelten Gutachters verlassen? Warum wurde der Firma auch dann noch freie Hand gewährt, als die Anwendung der veränderten Produkt-Rezepturen aufflog? Warum gab es erst so spät und so zögerlich Konsequenzen? Weil der Druck der Öffentlichkeit immer größer wurde? Jeder Bauernhof und jede Kneipe in Deutschland wird strenger kontrolliert als diese suspekte Produktionsanlage in Tiefenbach.

Dass sich Regierungspräsident Lars Witteck in den vergangenen zwei Wochen und damit viel zu spät an die Spitze der Protest-Bewegung gestellt hat, werden die Tiefenbacher nicht honorieren. Sie haben das Vertrauen in die Behörden-Spitze durch das Spiel mit ihrer Gesundheit verloren. Für sie käme es allerdings noch schlimmer, wenn der „Fall Woolrec“ nun zur juristischen Hängepartie um Belastungswerte würde. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Landespolitik sich einschaltet und das sagt, was die Bürger denken: „Wir wollen diese Produktion in Tiefenbach nicht mehr.“


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Kommentare (1)
Herr Röndigs redet Tacheles, und das scheint die einzige Sprache zu sein, die auf der politischen Ebene verstanden wird. Herrn Dr. Wittecks zögerliches, fast schon fürsorgliches Verhalte, Woolrec gegenüber ist für mich mehr
sehr schwer nachzuvollziehen.
Schon bei den ersten Verdachtsmomenten hätten strenge Kontrollen des Betriebes in Tiefenbach stattfinden müssen. Das was jetzt die Staatsanwaltschaft in Gang gesetzt hat, haben die Tiefenbacher Bürger schon seit langer Zeit von der Gießener Behörde eingefordert, leider immer vergeblich.
Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen die Zögerer aus der Deckung. Jetzt wurde auch mal der (Noch)Bürgermeister Keller bei seinen Bürgern in Tiefenbach gesehen und erzählte sinngemäß in das HR-Mikrofon, dass er das abwartende Verhalten des RP nicht verstehen könne. Ich habe von Herrn Keller in den letzten Jahren selten bei uns und hinter unserm Umweltproblem in Tiefenbach gesehen. Aber wie heißt es so richtig: "wer zu spät kommt, bestraft das Leben". In wenigen Tagen ist Bürgermeisterwahl im Braunfels!
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