Einer kommt noch. Wetten, dass?

Von Dirk Wingender

Die CDU ertrage offenbar nicht, dass die anderen Parteien miteinander gesprochen hätten, sagte Julia Demandt (FDP) während des Schlagabtauschs im Stadtparlament. Sie sprach mehrmals von "Wir", meinte damit aber nicht nur ihre Partei. Es klingt nach einem Ampelkandidaten, getragen von Rot-Gelb-Grün.

Scheinbar haben SPD, Grüne und FDP die Zeit genutzt seit der März-Sitzung des Parlaments. Schon damals hätte die FDP mit ihren zwei Stimmen SPD und Grünen bei der Abstimmung für einen späteren Bürgermeisterwahltermin und damit zum Zeitgewinn verhelfen können, tat es aber nicht. Sie enthielt sich lieber, das Ergebnis war eine Pattsituation.

Jetzt also die gemeinsame Lösung auf einen Ampelkandidaten? Zumindest für die SPD wäre ein solcher die letzte Chance, ihr Gesicht zu wahren. Die größte Oppositionspartei schaffte es schon 2007 nicht, einen Gegenkandidaten zu finden. Welch ein Versagen, würde sie es jetzt wieder nicht auf die Reihe bekommen.

Was für einen SPD-Kandidaten mit Parteibuch sollte es auch geben? Einen aus den Reihen der Fraktion? Kaum. Einen Unbekannten von außerhalb aufbauen? Dafür läuft die Zeit weg.

Also ein gemeinsamer Kandidat, nicht politisch gefärbt. Ein solcher könnte es schaffen, diejenigen Dillenburger zur Wahlurne zu bringen, die 2007 mangels Alternative nicht hingingen. Aber er wird es schwer haben. Amtsinhaber Michael Lotz füllt seinen Posten seit elf Jahren aus, weiß Leute auf Schlüsselstellen in seiner Verwaltung und eine gut organisierte CDU hinter sich, die immer noch die stärkste Fraktion stellt.

Bleibt die Sache mit den Kosten für einen separaten Wahltermin, den Rot-Gelb-Grün durchgesetzt hat. Wurscht, ob er nun 25 000 oder nur 10 000 Euro mehr kostet - das Geld wäre zu sparen gewesen, wenn die Wahl gemeinsam mit der Bundestagswahl im September stattgefunden hätte. Dass ein neuer Bürgermeister gewählt wird, war nicht erst seit gestern bekannt.


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