Ergebnis wirft Fragen auf

Von Hartmut Bünger

Fangen wir mit der Wahlbeteiligung an: Gerade einmal jeder Dritte hat von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Ja, ich weiß, es gab keine echte, personelle Alternative. Das macht eine Wahl nicht gerade spannend. Trotzdem halte ich es für beschämend, wenn Menschen ihr wunderbares, demokratisches Recht, zu wählen und ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, so gering achten. Und damit im Grunde auch den Bürgermeister über seinen wahren Rückhalt in der Bevölkerung im Unklaren lassen, denn gewählt hat ihn gerade einmal jeder Fünfte.

Damit sind wir schon beim Wahlergebnis an sich: 59,1 Prozent. Er freue sich darüber, sagte Thiemig, und könne damit sehr gut leben. Wie Politiker dies an solchen Wahlabenden halt tun. Aber wie kommt diese Schere zwischen Kernstadt und Ortsteilen zustande? Hat Thiemig keine Mehrheit in der Kernstadt gefunden, weil es der BI gelungen ist, ihm allein den Windpark in die Schuhe zu schieben und den Wahltag zum Zahltag zu machen? Hat die Kritik an mangelnder Sauberkeit und schlechter Beleuchtung seitens der Zählgemeinschaft verfangen? Oder hat er es in den vergangenen sechs Jahren einfach nicht geschafft, die dortigen Bürger von sich zu überzeugen?

Schließlich müssten auch CDU und Bürgerblock angesichts der Zahlen ins Grübeln kommen. Und sich fragen: Hätten wir den Chefsessel im Rathaus nicht vielleicht doch erobern können, wenn wir nur einen guten Kandidaten aufgestellt hätten?


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