Es geht um Menschen

Von Jörgen Linker

Hans-Jürgen Irmer hat auf Volkes Stimme gehört, diese Befürchtung von Bürgern in seiner Heimatstadt aufgegriffen. Das ist gut so für einen Abgeordneten, dafür wird er von vielen Wählern gelobt. Und er hat sie zu einem Thema im Kreistag gemacht. Das ist konsequent. Aber: In der Kreistagssitzung hat diese Befürchtung keine Rolle mehr gespielt. Sie war bloß noch der Anlass für Irmers Argumente zur Asylpolitik im Allgemeinen - die übrigens nicht im Lahn-Dill-Kreis bestimmt wird - und für seine Ausführungen zum Thema Asylmissbrauch. Das ist ein Missbrauch der Bürger. Eine ehrenamtliche CDU-Kreistagsabgeordnete meinte: "Wenn ich das gesagt hätte, hätte es nicht so viel Wirbel ausgelöst." Es geht vor allem darum, in welche Richtung Irmer die Debatte gelenkt hat und wem er damit in die Karten spielt. Beleg: Sogar die NPD-Zutts haben sich wieder zu Wort gemeldet. Er, als Berufspolitiker, muss wissen, was er tut. Wenn er eine Debatte über den richtigen Standort eines Flüchtlingsheims mit Statistiken zu Wirtschaftsflüchtlingen garniert, bedient er Klischees, sät Vorurteile und weckt die Rechten.

Bei einer Asyldebatte geht es nicht um Tabus, es geht auch nicht um Gutmenschentum. Es geht um Menschen.

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Im Jugendzentrum in Driedorf hat man das begriffen. Dort helfen junge Deutsche jungen Flüchtlingen aus Somalia beim Lernen der deutschen Sprache.


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