Finanzpolitisch gewagt, aber gerecht

Von Jürgen Vetter

Angesichts einer Schuldenlast von über 22 Millionen Euro ist es sehr begreiflich, wenn acht der 27 anwesenden Mandatsträger diesen weiteren Griff in den gähnend leeren Gemeindesäckel nicht mehr mitmachen wollten.

Während die UWG dies klipp und klar aussprach, versuchten die Grünen sich auf das in allen Parlamenten gerne genutzte "wir brauchen vor der Entscheidung noch mehr Informationen" zu retten. Das sieht zumindest besser aus als das Anmelden von Bauchschmerzen darüber, ob die Oberwetzer auch wirklich den von ihnen geforderten Anteil an Eigenleistung beim Bau erbringen.

Bauchschmerzen hatten mit Blick auf die maroden Gemeindefinanzen auch die 19 Parlamentarier, die das Bauprojekt auf den Weg gebracht haben. Doch sie wollten Oberwetz gegenüber den anderen Ortsteilen nicht benachteiligen.

In Oberwetz hatten sich bei der vergangenen Kommunalwahl als einzigem Schöffengrunder Ortsteil nicht genügend Kandidaten für einen Ortsbeirat gefunden. Das hat sicher mit der Enttäuschung darüber zu tun, dass Laufdorf das Rennen um die Dorferneuerung gemacht hat.

Und die meisten Oberwetzer hätten sich sicher böse verschaukelt gefühlt, wenn das Parlament ihnen jetzt den Bürgersaal verweigert hätte. Wer diesen Ersatzbau für den an die Post vermieteten Gemeinschaftssaal nicht will, der hätte das den Oberwetzern schon früher sagen müssen: Genau dann, als vor einigen Wochen über die Vermietung des jetzigen Saals an die Post abgestimmt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gemeindefinanzen bereits genauso marode wie heute.


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