Fleisch feiern 
statt verbraten

Ernährung

Von Maike Wessolowski

Auch wenn noch kein Verein auf sein Schlachtfest verzichtet hat, wird sofort über das Thema diskutiert.

Debatte ist besser als extreme Fronten, die es aber auch gibt:

Auf der einen Seite radikale Veganer, die Fleisch und tierische Nahrung mit Mord gleichsetzen. Auf der anderen Seite Konsumenten, die ein Kilo Hack für 4,99 Euro nicht infrage stellen.

Man darf Traditionen infrage stellen, aber man darf sie auch bewahren.

Doch auch, wenn die Motive der Vereine, die heute Schlachtfeste organisieren, um ihre Kasse aufzubessern, nachvollziehbar und legitim sind: Diese Schlachtfeste sind kommerzialisiert.

Früher wurde tatsächlich aus der Schlachtung des Schweins, das man aufgezogen hat, ein Fest im Dorf gemacht und alle Bestandteile des Tieres verwertet.

Und das ist der Knackpunkt: Warum gehen wir nicht mehr maßvoll mit diesem so mühsam erzeugten Lebensmittel um?

Warum gehen wir nicht dazu über, das Fleisch wieder zu feiern, statt es zu verbraten?

Das würde alle Kritikpunkte entkräften, viele Probleme lösen.

Ändern wird sich nur etwas, wenn jeder selbst hinterfragt, welche Art Fleisch und wie viel auf seinem Teller oder im Einkaufswagen landet. Das gilt im Supermarkt, beim Metzger, im Restaurant und auch beim Schlachtfest.


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