Fremd am Patientenbett

Von Hartmut Bünger

Die Patienten wollen am liebsten bekannte Gesichter, wenn sie außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten dringend hausärztliche Hilfe benötigen. Oder zumindest Ärzte, deren Namen sie schon einmal gehört haben, weil sie in der Region beheimatet sind.

Stattdessen bekommen sie ein Call Center, dessen mehr oder minder medizinisch gebildete Mitarbeiter über hundert Kilometer entscheiden sollen, ob ein Hausbesuch vonnöten ist oder nicht. Sie bekommen oftmals Ärzte, die von irgendwoher angereist sind, Entfernungen kaum einschätzen können, sich Land und Leuten auch nicht in dem Maße verpflichtet fühlen wie es die Hausärzte vor Ort. Und die anscheinend mitunter ihre ärztliche Bereitschaft mehr als Stallwache denn als Dienst am Patienten verstehen.

Das kann kein Modell für die Zukunft sein.


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