Gemeindevertreter verdienen Respekt

VON KATHRIN JANSEN

In dieser Atmosphäre hatten 22 Gemeindevertreter keine einfache Entscheidung zu treffen, das war vielen anzumerken. Denn es ging am Montagabend nicht einfach nur darum, Windräder ja oder nein, sondern auch Pachteinnahmen ja oder nein. Die Parlamentarier hatten abzuwägen, was schwerer wiegt, der Eingriff in die Natur oder der Einschnitt in die Gemeindekasse. Zusätzliche Einnahmen werden künftig immer wichtiger. Denn spätestens 2017 ist die Gemeinde gezwungen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Viel Spielraum aber gibt es da nicht.

Wer freiwillig nach Feierabend die Verantwortung für eine solche Entscheidung übernimmt, verdient es, zumindest mit Respekt behandelt zu werden. Dieser aber bleibt immer häufiger aus. Nicht am Montagabend vor Ort, aber im Vorfeld. Da werden teils anonyme E-Mails mit Unterstellungen und Beschimpfungen verschickt, weder sachliche noch witzige "Fastnachtsbeichten" in Briefkästen verteilt. "Diese respektlose Art ist mir in 30 Jahren ehrenamtlichem Engagement nicht untergekommen", sagt ein Mitglied des Gemeindevorstands am Rande.

Vor allem ist diese Art aber feige und undemokratisch. Wer sich nicht mal traut, seinen Namen unter seine Meinung zu setzen, hat kein Recht, Gemeindevertreter zu kritisieren. Im nächsten Jahr ist Kommunalwahl. Da haben all die Unzufriedenen die Chance, sich selbst aufstellen zu lassen und es besser zu machen. Die Gemeindevertreter indes sollten sich den Respekt, den sie einfordern, auch gegenseitig entgegenbringen.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Standpunkte Weilburg