Ist der Alltag nicht stressig genug?

Contra Familienhund

Von Maike Wessolowski

Auch für den Hund: Wenn er nicht Kindersatz ist, sondern sich in einem „Rudel“ einordnen muss, treten anerzogene Macken, die ein Hundeflüsterer ausbügeln müsste, vielleicht nicht auf.

Dennoch spricht für mich ein Argument dagegen: Der Alltag.

Der Partner fürs Leben ist gefunden, das Haus gebaut, zwei Kinder wachsen heran – da fehlt zum Familienidyll aus der Toffifee-Werbung nur noch der Hund. Doch leider werden in den Bilderbuchfamilien die Alltagssorgen nie gezeigt: Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden? Ist überhaupt Geld für die Hundehaltung übrig – auch, wenn er mal krank wird? Was passiert, während wir im Urlaub sind – oder sind alle bereit, den Urlaub auf den Hund auszurichten? Habe ich im täglichen Balanceakt zwischen Beruf, Kinderbetreuung, Familienleben, Alltagsorganisation und der raren Zeit für mich selbst auch noch Platz für die Pflege und Erziehung eines Hundes?

Warum sich, der Familie und dem Tier also Stress machen?

Warum nicht den Hund später im Leben ins traute Heim holen, wenn die Kinder älter oder aus dem Haus sind, und der Hundeliebhaber Zeit hat, sich dem Tier wirklich zu widmen?

Allein einen Hund zu halten, ist für mich noch keine Tierliebe. Auf einen Hund zu verzichten, heißt nicht, Hunde nicht zu mögen.

Sich der Verantwortung bewusst zu sein und dann individuell richtig zu entscheiden, schon.


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