Juristisch korrekt bedeutet nicht unbedingt "richtig"

Von Jürgen Vetter
Von Jürgen Vetter

Rein juristisch und verwaltungstechnisch hat das Ordnungsamt der Stadt Wetzlar wohl richtig gehandelt, als es während des Hessentags mindestens sechs Autos vom Behindertenparkplatz abschleppen ließ, weil deren Fahrer nicht den richtigen Behindertenausweis (blau) hatten. Und vielleicht war es auch im Nachhinein sowohl juristisch als auch verwaltungstechnisch ganz richtig (und dann auch noch logisch), dass die Behörde eine Rückerstattung der Abschleppkosten ablehnt.

Offensichtlich werden die Betroffenen nicht nachweisen können, dass sie vom Sicherheitspersonal nach Vorzeigen der Ausweise auf den Parkplatz eingewiesen wurden. Und selbst wenn dies gelingen würde, dann hätten ihnen die Ordner gar keine Erlaubnis ausstellen dürfen. Doch das haben außer ihnen wohl die meisten anderen Hessentagsbesucher auch nicht gewusst.

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Wahrscheinlich war keinem dieser Falschparker mit mehr oder weniger großen körperlichen Behinderungen klar, dass er falsch parkte.

Das Vorgehen der Behörde ist vielleicht juristisch richtig, aber ein wenig mehr Menschlichkeit wünscht man sich in solchen Situationen schon. Es hätte dem Ansehen der Stadt sicher gedient.


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