Kein Schatz im Silbersee

Moment mal

Von Martin H. Heller

Das Titelthema für den Film "Der Schatz im Silbersee" schaffte es, quasi Erkennungsmelodie aller folgenden Karl-May-Verfilmungen zu werden. Wenn das große Orchester mit Gitarren, Geigen und Posaunen loslegt, wenn mittendrin sehnsuchtsvoll die Mundharmonika erklingt, dann wird so manchem alt gewordenen Buben warm ums Herz. Und man sieht sie, die Unvergessenen, förmlich vor sich: Winnetou, Old Shatterhand, den schusseligen Trapper Sam Hawkens und den versnobbten Lord Castlepool alias Eddi Arendt. Einfach herrlich!

Auch herrlich ist die Kulisse, in der der Film gedreht wurde. Die von Wäldern und Felsen gesäumten Seen des damals jugoslawischen Nationalparks "Plitvicer Seen"sind wunderschön. Und so klar, kristallklar, so wie der Kristallsee bei Oberkleen. Und es gibt noch eine Parallele: Vor einem knappen Monat suchten Polizeitaucher mit großem Tross in jenem kristallklaren Wasser den vermeintlichen "Schatz im Silbersee" und hoben tatsächlich einen verschlossenen Tresor. Nicht klar war damals, was wohl in der Schatzkiste drin sei. Bei der Antwort auf diese Frage gibt es erneut eine Ähnlichkeit: So wie im Film der gemeine Colonel Brinkley mitsamt dem Schatz zur Hölle fährt, ist auch unsere Hoffnung wieder im See vergluckert. In dem Tresor war außer kristallklarem Wasser nichts.


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