Kommunikation ist das Problem

Neue Gebühren für Waldbesitzer

Von Christian Keller

Dass nach über 60 Jahren die Quasi-Subventionierung von Privatwald durch das Land ausgedient hat, ist im Hinblick auf klamme Landeskassen und steigende Verdienstmöglichkeiten mit Holz verständlich.

Aber weniger die Tatsache, dass die Kosten steigen sollen, treibt die Waldbesitzer auf die Barrikaden, sondern der Umgang mit ihnen. Der Ton macht eben die Musik.

Und das sollte man gerade im Umweltministerium wissen. Das noch junge Waldgesetz von 2013 zieht Ärger anscheinend magisch an. Noch nicht mal in Kraft, brach bereits 2012 die erste Welle der Entrüstung über den Gesetzesentwurf herein. Damals waren es Mountainbiker, die ihren Sport durch das Fahrverbot auf Waldwegen, die nicht befestigt und nicht breiter als drei Meter sind, gefährdet.

Nach massiven Protesten der Sportler wurde dann am runden Tisch diskutiert. Am Ende feierten sich Ministerium und Mountainbiker gegenseitig für ihren gemeinsamen Kompromiss.

Mittlerweile ist das Waldgesetz in Kraft. Ärger gibt es aber schon wieder. Diesmal sind es nicht die Mountainbiker, sondern Waldbesitzer, die sich zu Recht schlecht informiert und von der Umsetzung der Richtlinie überrumpelt fühlen. Wieder gibt es massive Proteste von den Betroffenen und deren Verbänden. Man sitzt am runden Tisch und versucht einen gangbaren Kompromiss zu finden.

Kein gutes Zeugnis für die Politik, die sich erneut mehr in Schadensbegrenzung übt, als vorher den Dialog mit den Betroffenen zu suchen.

 


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