Kompromiss statt Kniefall

Landgestüt

Von Holger Kiehl

Die Zeit der Hengste und der Hengstparaden in Dillenburg ist vorbei. Der Reitbetrieb bleibt aber erhalten. Damit ist die geplante Schließung des Landgestüts abgewendet. (Archivfoto: K. Weber)

Das Hessische Landgestüt und damit auch das Historische Reithaus haben eine Zukunft. Der Reitbetrieb soll weitergehen. (Archivfoto: Kiehl)

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Ministerin Priska Hinz hat angesichts des Massenprotestes verstanden, dass sie nicht einfach über die Köpfe der Menschen hinweg regieren kann. Das wäre politischer Selbstmord gewesen. Die beiden Sachverständigengutachten kamen für sie einem technischen K.o. gleich, belegten sie doch, dass der Gestütsbetrieb mit wenig finanziellem Aufwand in den gewohnten Bahnen hätte weitergeführt werden können. Doch eine Ministerin auf den Knien, die ihre einmal getroffene Entscheidung komplett zurücknimmt – dieser Gesichtsverlust war nicht zu erwarten.

Insofern ist der jetzt erzielte Kompromiss ein guter. Hinz kann weiterhin auf dem Tierwohl herumreiten und sagen, dass ihr Ministerium dafür gesorgt hat, dass in Dillenburg ein Reitbetrieb mit Vorbildcharakter für das gesamte Bundesland entstehen kann. Im Gegenzug bleibt das Gestüt ein lebendiges Denkmal, denn ohne Pferde wären die historischen Gebäude in der Wilhelmstraße nichts wert.

Im Kampf um den Erhalt des Landgestüts ist eine weitere Schlacht geschlagen und ein Waffenstillstand vereinbart worden, denn über eine Schließung wurde in diesem Sommer nicht zum ersten Mal diskutiert. Für die Zukunft gilt es, um im Bild zu bleiben, einen Friedensvertrag zu schließen und damit die Grundlage für den dauerhaften Fortbestand einer Einrichtung zu schaffen, die zu Dillenburg dazugehört wie der Wilhelmsturm.


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