Konsequent wäre: Beides streichen

Von Dirk Wingender

Die CDU will die Stelle des dritten Hauptamtlichen in der Kreisregierung abschaffen und mit den nach ihrer Berechnung eingesparten 200.000 Euro lieber das Kreis-Ferienlager Lenste erhalten.

Gespart wäre so: Kein dritter Hauptamtlicher und Lenste zu. Denn mit ihrer Forderung erreicht die CDU nichts anderes als eine Umschichtung des Geldes. Sie bringt es für sich auf diesen Nenner: Lieber in Jugend, Bildung und damit Zukunft investieren als in die Verwaltung.

In die Zukunft investiert ein hochverschuldeter Landkreis aber nicht, indem er mit Steuergeld ein Ferienlager subventioniert. Selbst dann nicht, wenn statt bisher 400.000 Euro Zuschuss jährlich nur noch die Hälfte ausgegeben wird.

Ja, es ist schade, bedauerlich und ein Verlust, wenn nach Jahrzehnten ein lieb gewonnenes Ferienlager dicht gemacht werden muss. Steuergeld ist aber nicht dafür da, Nostalgie zu bezahlen. Jugend- und Bildungsarbeit funktioniert auch, wenn der Kreis andere Einrichtungen nutzt.

Die Schließung von Lenste ist einer der Einschnitte, mit denen der Lahn-Dill-Kreis die vom Land Hessen vorgegebenen Einsparungen für den kommunalen Schutzschirm erreichen will. Nur durch diesen Schutzschirm kommt der Kreis von einem Großteil seiner Schulden herunter.

Es geht übrigens um den Schutzschirm, den die CDU/FDP-Landesregierung erarbeitet hat – und den die CDU-Kreistagswortführer Hans-Jürgen Irmer und Clemens Reif in ihrer Doppelfunktion als Landtagsabgeordnete mit verabschiedet haben. Konsequent wäre daher, wenn die CDU konsequente Einsparungen fordern würde: Kein dritter Hauptamtlicher und Lenste zu.

Die CDU tut es aber nicht. Sie betreibt als Ferienlager-Bewahrer lieber Populismus.


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