Krieg statt Kompromiss

VON HOLGER KIEHL

Die Dillenburger CDU wird wieder hereinkommen. Ihr Auszug aus dem Finanzausschuss ist gleichwohl der traurige Höhepunkt einer Politik im Stadtparlament, bei der es (immer noch) in erster Linie um Parteiinteressen und nicht um das Wohl der Stadt geht.

Dabei hatten doch alle im Vorfeld der Haushaltsberatungen beteuert, dass sich das Desaster des vergangenen Jahres nicht wiederholen dürfe. Genau das könnte jetzt aber passieren. Völlig unnötig sind die Fronten wieder verhärtet, ist das zarte Pflänzchen der Zusammenarbeit, das in der gemeinsamen Etatklausur zu keimen begann, brutal zertreten worden.

Als Beobachter der Dillenburger Kommunalpolitik gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass im Rathaus bei strittigen Fragen nicht um Kompromisse gerungen, sondern Krieg geführt wird. SPD und CDU haben mit ihrem Verhalten den Dillenburgern einen Bärendienst erwiesen. Hat das Image der Stadt nicht schon genug gelitten? Nach der Aktion vom Donnerstagabend werden die Bürger in den umliegenden Kommunen einmal mehr mit einem mitleidigen Lächeln den Kopf über die Dillenburger schütteln, die anscheinend nichts mehr auf die Reihe kriegen.

Wo sind die besonnenen Kräfte in den Reihen der beiden großen Parteien, die diesem Treiben ein Ende machen?

Liebe Christ- und Sozialdemokraten, macht endlich ernst mit Euren Sonntagsreden und rauft Euch zusammen. Sich darüber zu streiten, wer sich denn nun gefälligst bei wem zu entschuldigen hat, gehört in den Kindergarten, nicht ins Parlament.


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Kommentare (1)
Danke , Holger Kiel für diesen Beitrag. Nicht nur die Bürger der umliegenden Gemeinden werden für solche kleingeistigen Politgewählte kein Verständnis haben. Sicherlich auch viele Bürger der Stadt Dillenburg. Wer mehr
wirklich erleben will, wie heute Politik gestaltet wird, muß die Sitzungen im Parlament live verfolgen.
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