Moment mal

Von Jörgen Linker

So etwas ist bei vielen Menschen auch Anlass für Angst. Dabei geht es nicht um vermeintlich rückständige Naturvölker im Amazonasgebiet. Sondern um Menschen in Deutschland.

Es ging die Furcht um, das mit Energie aus Photovoltaikanlagen gespeiste Stromnetz könnte zusammenbrechen. Tja, jeden Abend geht die Sonne unter, und Millionen Menschen können trotzdem Fernsehen schauen. Ein Wunder?

Auch in Einrichtungen, die eigentlich Kinder mit Bildung versorgen sollen, siegte gestern die Angst über das Wissen. So hatte eine Schule in Nordrhein-Westfalen die Eltern extra mit einem Schreiben über die Sonnenfinsternis informiert: "Um unsere Schüler nicht zu gefährden", sollen sie während der großen Pausen im Schulgebäude bleiben. Und weiter: "Wir werden die Fenster mit Gardinen verschließen, so dass kein Kind von diesen Lichtstrahlen bestrahlt werden kann." Auch im Raum Limburg hatte eine Schule die Schüler lieber im Gebäude eingesperrt.

Liebe Lehrer an diesen Schulen, "diese Lichtstrahlen" treffen jeden Tag auf die Erde, sie kommen von der Sonne. Und wenn die Sonne nicht ausnahmsweise vom Mond verdeckt wird, strahlt "dieses Licht" noch stärker. Wie schützen Sie die Schüler eigentlich an diesen Tagen? Wenn Sie die Schüler nur vor den Blicken in die Sonne schützen wollten - es geht auch anders. Das hat die Grundschule in Langenaubach gezeigt: Kinder informieren, nicht vor vermeintlichen Gefahren verstecken und Angst verbreiten. Kinder bei Naturschauspielen raus auf den Schulhof, nicht in Klassenzimmern wegsperren.


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