Sache der Definition

Von Maike Wessolowski

Diesen Satz möchten die Betreuerinnen der Flüchtlinge im Tringensteiner Feriendorf nicht mehr hören.

Deshalb bitten sie die Autorin dieser Zeilen beim Besuch in Tringenstein inständig, diese Debatte mal zu thematisieren.

Haben wir schon oft gemacht.

Dinge aufzuschreiben reicht nicht immer, es müssen sie auch die Richtigen lesen. Das verstehen die beiden gut.

Sei es drum - ich hab das trotzdem gegoogelt: Ein gebrauchtes Smartphone ist im Internet bereits für etwa 50 Euro zu haben - da darf man als Betrachter von außen auch "neu" nicht mit "neumodisch" verwechseln.

Für die jungen Männer ist das Smartphone "ein Schatz".

Denn nur so können Familien Kontakt halten, können Mütter die Stimme ihrer Söhne hören, die sie alleine in ein fremdes Land geschickt haben.

Für Söhne ist es der einzige Weg, sich von Vätern einen Ratschlag holen zu können für das Leben in der Fremde, in der sie offenbar so viel falsch machen und in der man vor ihnen Angst hat und sie manchmal sogar als Bedrohung ansieht.

Ich finde, wer sich demnächst über telefonierende Flüchtlinge aufregt, sollte sie mal ansprechen, auf einen Kaffee einladen und reden. Und zuhören.

Klassische Definitionen von Arm und Reich, von Schwarz und Weiß werden dann sicher ins Wanken geraten.


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