Stadt übersieht Verantwortung

Stadtfest

Von Hartmut Bünger

Auf den ersten Blick mag das sehr gerecht aussehen, will man anscheinend doch alle gleich behandeln. Eine ähnliche Haltung nahm der Magistrat schon beim Thema Straßenbeleuchtung ein, als er der Kernstadt die nächtliche Beleuchtung strich. Auch damals hieß es: In den Ortsteilen brennt mitten in der Nacht schließlich auch kein Licht.

Mit dieser Form der Gleichmacherei wird man den Dingen in meinen Augen allerdings gerade nicht gerecht. Weder beim Licht noch beim Stadtfest.

Anzeige

Ja, wäre das Stadtfest eine Kirmes für die Kernstadt, könnte man so argumentieren. Dann könnte man sagen: Genauso wie die Dexbacher und die Wallauer mögen sich doch bitte auch die Kernstädter selbst um Festzelt, Band und ein bisschen Halligalli drum herum kümmern.

Aber das Stadtfest heißt ja gerade deshalb „Stadt“-Fest, weil es keine Angelegenheit eines einzelnen Ortsteils ist, sondern ein Fest für alle Bürger der gesamten Stadt Biedenkopf. Für die Bürger in der Kernstadt ebenso wie für die in Breidenstein und für jene über dem Berg. Ja, im besten Fall soll es sogar über die Grenzen der Stadt hinaus ins Umland wirken und Menschen nach Biedenkopf locken. Der Biedenkopfer Magistrat scheint das Stadtfest aber, anders kann man die Argumentation kaum deuten, leider wirklich nur als bloße Kernstadt-Kirmes zu betrachten.

Dabei könnte die Stadt sich durchaus federführend engagieren, ohne sich gleich in unkalkulierbare finanzielle Abenteuer zu stürzen oder sich einen unüberschaubaren Arbeitsaufwand aufzubürden. Einen externen Organisator wie Adi Ahlendorf zu beauftragen, hatte sich in den vergangenen Jahren bewährt. Gescheitert ist die Fortsetzung der Zusammenarbeit letztlich nur an ein paar Tausend Euro, die der Unternehmer als Absicherung gefordert hatte – andernorts eine Selbstverständlichkeit.

Im Grunde läuft die Argumentation der Stadt an der Kernfrage vorbei. Denn die lautet allein: Will (!) die Stadt ein regelmäßiges „Stadt“-Fest für alle ihre Bürger etablieren?


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2017
Mehr zum Thema
Kommentare (1)
Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen!!!!
Was hatten wir früher für tolle Stadtfeste mit vielen Buden, einem großen Fresszelt, Karussells, und anderen Attraktionen.
Schade, dass man das nicht mehr auf die Reihe mehr
kriegt....
Mehr aus Standpunkte Hinterland