Standpunkt: Eine schlimme Nachricht fürs Hinterland

Dass dies künftig in Biedenkopf nicht mehr so sein soll, ist eine schlimme Nachricht fürs Hinterland. Soll eine hochschwangere Frau – schlimmstenfalls bei bei Nacht und Nebel, Glatteis und Schnee  – erst einmal quer durch den halben Landkreis fahren müssen? Vielleicht sogar noch mehrmals, weil es Fehlalarm gab?

Für Menschen mit gesundem Menschenverstand ist nicht  nachvollziehbar, dass es vermutlich bald so weit sein wird. Denn wäre die Geburtshilfe in Biedenkopf eine Abteilung mit fest angestellten Ärzten, müsste sie 100 000 Euro Prämie an die Haftpflichtversicherung zahlen. Weil sie aber eine Station ist, die mit   Belegärzten arbeitet, muss sie 245 000 Euro zahlen – obwohl dort die gleichen Menschen arbeiten und die gleiche Zahl von Kindern zur Welt bringen. Das ist absurd.

Noch unverständlicher ist, dass anscheinend Versicherungen inzwischen über die Infrastruktur in unserem Land entscheiden. Auf Seiten der politisch Verantwortlichen jedenfalls scheint kein Interesse daran zu bestehen, ein Aushängeschild des Biedenkopfer Krankenhauses  zu  erhalten und etwas für die  wohnortnahe Versorgung im Hinterland zu tun.


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