Standpunkt: Eine verzwickte Sache

Von Dirk Wingender

Ikea wollte nach Mittelhessen. Wetzlar machte das Rennen. Auch wenn er es nicht zugibt, hat das den großen Nachbarn lahnaufwärts kräftig geärgert. Dass das kleine Wetzlar dann auch noch ein Ass aus dem Ärmel zog und, ätsch, ganz ohne andere zu fragen, Ikea durch eine Art Sonderregel im Baugesetz allein planen kann, brüskierte die Uni-Städter obendrein. Das ist verständlich: jahrelang galt Gießen als die Einkaufsstadt in Mittelhessen. Und jetzt hat Wetzlar nicht nur das Forum, sondern bald auch noch Ikea. Das Unternehmen rechnet damit, dass 65 Prozent der Kunden über die B 49 aus östlicher Richtung zum Möbelhaus rollen - also aus Gießen, Marburg und Umgebung.

Wetzlar hätte den Vertrag mit Gießen nicht abschließen brauchen. Die Domstadt hätte es darauf anlegen und eine Klage riskieren können. Die hätte vielleicht keinen Erfolg gehabt, aber viel Zeit gekostet. Dass man sich im Wetzlarer Rathaus stattdessen auf die Verhandlung mit Gießen eingelassen hat, war deshalb vor allem ein taktisch kluger Zug. Und in der Außenwirkung trägt er dazu bei, dass nun alle Beteiligten, wie man in Fernost sagt, ihr Gesicht wahren.


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