Standpunkt

Von Ralph Menz
Von Ralph Menz

Dem Landratswahlkampf fehlte es an mobilisierenden, kontroversen Themen. Emotionen gab es nur punktuell dort, wo es um Grundschulstandorte ging. Im Kreis sprang der Funke nicht über. Die Verschuldung blieb für die Menschen trotz Griechenland und Euro-Krise abstrakt.

Um dem kernigen Sozi Schuster politisch wirklich ans Leder zu gehen, hätte es einer anderen personellen und inhaltlichen Strategie der CDU bedurft. Zu spät waren die Christdemokraten mit ihrem Kandidaten auf die Bühne getreten. Obwohl fachlich versiert und politisch schlagkräftig blieb Müller gegenüber Schuster blass - nicht nur auf den Plakaten.

In der Analyse finden die Betroffenen dafür meist viele Gründe. Letztlich haben Müller und die CDU es nicht geschafft, die Wähler und auch nicht das eigene Wählerpotenzial für einen Wechsel zu überzeugen - einen Wechsel, der nach Jahrzehnten der SPD-Regentschaft dem Wechselspiel der politischen Kräfte und den Strukturen im Kreishaus gut getan hätte.

So war es für Müller ein Warmlaufen, um bei der Landtagswahl im kommenden Jahr möglicherweise in die Fußstapfen des Herborner CDU-Landtagsabgeordneten Clemens Reif zu treten.

Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung haben umgerechnet nur 16,3 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme für Schuster abgegeben. Eine demokratische Legitimation für einen Landrat ist das nicht mehr.


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