Von Äpfeln und Birnen

Von Jürgen Vetter

Dass es in unserem Gesundheitssystem an vielen Stellen krankt, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Einige der mit unbedingtem Sparwillen aufgestellten Regelungen treffen in der Praxis Patienten und Mediziner hart und verursachen gegebenenfalls sogar noch höhere Kosten als vorher.

Ein perfektes Beispiel dafür ist die in Hessen bisher geübte Praxis der Prüfungsstelle bei Hausbesuchen. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen und die Hausärzte besonders bestraft, die ihre Verantwortung besonders ernst nehmen.

Das hat nun auch die Kassenärztliche Vereinigung erkannt, deren wichtigste Aufgabe ja die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist – dazu gehören auch die Menschen auf dem Land.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass diese Fehlentwicklung wirklich konsequent korrigiert wird. Gerecht wäre außerdem, wenn bereits geleistete Regresse zurückerstattet würden. Und vielleicht kommt man ja sogar auf die Idee, Hausärzte zu belohnen, für die dieser Dienst am Patienten noch dazugehört. Das würde von einer gesunden Sicht zeugen und könnte vielleicht auch den Hausärztemangel auf dem Land ein wenig lindern.


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Kommentare (2)
Absolute Zustimmung meinerseits!
Man darf aber nicht vergessen, die Kassen müssen auch all die Kosten schultern, die Hundertausende Schutzsuchen entstehen, und das bei einer Beitragsleistung in Höhe des Minimums. Dass dies nun mal vorrangig ist, mehr
gegenüber der bisherigen "Luxus-Versorgung" der hiesigen, "schon länger hier lebenden" Bevölkerung, dafür muss man schließlich Verständis haben...
Und wer das nicht aufbringt, der gilt als Richter, nur eben mit e, statt i.
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