Weilburg muss sich eine Nische suchen

Von Olivia Heß

Die Kassen in Weilburg sind leer. Alle Bürger sehen sich mit steigenden Gebühren und Steuern konfrontiert oder bekommen den Rotstift anderweitig zu spüren. Vor diesem Hintergrund wäre es unverantwortlich, 2,5 Millionen Euro für den Brandschutz der Stadthalle auszugeben. Zumal damit nur das Nötigste erledigt wäre. Einen attraktiven, mit moderner Technik ausgestatteten Halle hätte die Residenzstadt dann immer noch nicht. Aber genau das hat die Konkurrenz in Limburg und Wetzlar vorzuweisen.

Die Größen der Musik-, Kabarett- und Showbranche, die in den beiden Kreisstädten auftreten, werden nicht auch noch in Weilburg haltmachen. Aber mit Wetzlar und Limburg muss sich die Stadt auch gar nicht messen. Im Gegenteil. Alle - ob Wirtschaft, Politik oder Bürgerschaft - sollten gemeinsam eine Nische für die Residenzstadt mit ihrem barocken Flair suchen. Kleinkunst und Live-Musik - klein, aber fein, könnte das Motto lauten. Die Altstadt bietet mit ihren Gassen und Plätzen das Ambiente für gemütliche Straßenfeste. "Musik am Dienstag", Lesungen in der Kristallhöhle und Feste unter den Linden sind Beispiele, wo es hingegen kann.

Es braucht nicht einen großen Saal, um Weilburg attraktiv zu halten. Es braucht Kreativität und Gemeinschaft.


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