Weit weg von der Realität

Von Jörgen Linker
Von Jörgen Linker

Die Soforthilfe bleibt nicht aus, weil die Therapeuten nicht helfen wollen, sondern weil sie mit Patienten ausgebucht sind und deshalb nicht mehr leisten können.

Das erklärt die Situation, hilft einem psychisch Kranken aber nicht.

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Für diese Menschen muss es wie ein Hohn klingen, wenn die Kassenärztliche Vereinigung von einer "Überversorgung" an Therapeuten spricht. Es ist ein Hohn. Berechnet nach einem abstrakten Schlüssel aus abstrakten Zahlen. Weit weg von der Realität. Bürokratie in Perfektion.

Und wer die Lage unterschätzt: Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz verursachen - durch Krankheits-, also Ausfalltage - einen Schaden von jährlich etwa 27 Milliarden Euro für die Volkswirtschaft.

Hilfe setzt mehr Helfende voraus. Es braucht also mehr zugelassene Therapeuten. Dafür braucht es dringend eine Reform der Bedarfsplanung. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat zwar ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Aber nach Einschätzung der Psychotherapeutenkammer wird es der Praxis wiederum nicht gerecht.

Nachsitzen, Herr Bahr!


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