Weniger kann auch mehr sein

Hessenkasse

Von Jürgen Vetter

Die große Mehrheit der Kreistagsmitglieder hat im Bürgerhaus in Steeden zwar erkennen lassen, dass man bei der Entscheidungsfindung auch die Schattenseiten dieses Schritts einbezogen hat. Trotzdem haben die Parlamentarier die Chance genutzt, diese Art von Dispokredit auf Null abzuschmelzen, bevor steigende Zinsen schnell zu einer Situation führen, in der der Schuldendienst zur Herkulesaufgabe wird.

Klar, in der schon sehr lange anhaltenden Niedrigzinsphase tun die aktuell 57 Millionen Euro Kassenkredite dem Kreis nicht besonders weh. Da muss man sich schon überlegen, ob der Schritt in die Hessenkasse nötig ist und welche sinnvollen Aufgaben mit 4,3 Millionen Euro pro Jahr stattdessen finanziert werden könnten. So werden die besonders Mutigen denken.

Ich will nicht feige sein, aber dass die Zinsen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Keller bleiben, ist unwahrscheinlich. Und wenn sich der Zinssatz für diese Art von kurzfristigen Krediten nur um ein oder zwei Prozent erhöht, dann wird in den betroffenen Kommunen das große Heulen und Zähneklappern ausbrechen.

Und spätestens dann wird auch niemand mehr fragen, ob es in der aktuell entspannteren Finanzsituation wirklich nötig war, sich politische Gestaltungsspielräume selbst einzuschränken.

Dann dürfte diese kleine philosophische Weisheit jede Menge Zustimmung bekommen: Weniger kann auch mehr sein.


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