Zeit, ein Zeichen zu setzen

"Charly & Lotte"

Von Uwe Röndigs

„Plötzlich und unerwartet“ – das ist für Erwachsene schon schwer genug. Das Zentrale und seit Menschengedenken gleich Schmerzhafte, manchmal Unerträgliche ist der Verlust engster Angehörige. Verloren, unwiederbringbar, nicht zu heilen, kein Rad kann zurückgedreht werden, das Glück scheint Vergangenheit, der letzte Atem getan – und doch dreht sich die Welt so zwanghaft weiter und mit ihr die, für die alles aus den Fugen geraten ist.

So heißt es mehrfach in den nebenstehenden Artikeln und auch in den Berichten, die meine Kollegen im Rahmen der diesjährigen Aktion „Helft uns helfen“ für Sie vorbereitet haben.

Wie erleben Kinder und Jugendliche den Tod des Vaters oder der Mutter, einer Schwester oder des Bruders? Was tun, wenn das Schweigen nicht enden will? Wenn das Weinen und die Selbstverletzungen nicht abbrechen? Wenn die verdeckten, quälenden Schuldfragen nicht zur Ruhe kommen?

Über Generationen blieben Betroffene allein mit diesen Fragen, wurde die Trauer irgendwie erstickt in Alltag und Arbeit. Blieben aber auch Narben und unbewältigte Vergangenheiten zurück und prägten – aus dem Hinterhalt – das Leben der Nachfolgenden.

Gut, dass wir heute weiter sind. Gut, dass es „Charly & Lotte“ gibt. Gut, dass die Hospizarbeit in Mittelhessen sich so entwickelt hat, dass auch die Angehörigen und hier speziell die Kinder und Jugendlichen bei ihrer Trauerarbeit in die Hilfe einbezogen werden. Mit großer Erfahrung, mit engagierten Hauptamtlichen und ebenso engagierten Ehrenamtlichen ist ein Netz gespannt, das Hilfe anbietet. Und diese Hilfe ist vielfältig: Sie richtet sich an Einzelne, an Gruppen, hilft in Kindergärten und Schulen. Und verbreitet so den Hospizgedanken in breiten Kreisen der Gesellschaft.

Die Region steht hinter Hospizarbeit

Aber die Hilfe ist dringend auf Spenden angewiesen. Die bisherige Förderung, die immer nur als Anschubfinanzierung gedacht war, endet Anfang des nächsten Jahres. Die Helfer brauchen Hilfe, damit sie ihre Arbeit fortsetzen können. Aus diesem Grund will die Aktion „Helft-uns-helfen“das Projekt „Charly & Lotte“und Hospizgruppen der Region in den Mittelpunkt stellen.

Heute möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, bitten, ein Zeichen zu setzen, das erkennen lässt: Die Region steht hinter „Charly & Lotte“.

 

Ihr, Dr. Uwe Röndigs


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