Polizei unterbindet Feier von Rechtsextremen in Kirtorf

Einmal mehr muss die Polizei in Kirtorf tätig werden und eine Feier mit rechtsextremem Hintergrund auflösen.  Symbolfoto: Heiko Barth/Fotolia

Wieder eine Feier von Rechtsextremen in Kirtorf: Die Polizei lässt ein ungenehmigtes Feuer löschen und löst eine Zusammenkunft auf.

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KIRTORF. Die Polizei hat in Abstimmung mit dem Bürgermeister der Stadt Kirtorf am Freitagabend ein nicht genehmigtes Lagerfeuer auf einer außerhalb der Ortslage liegenden Wiese durch die Feuerwehr löschen lassen. Das teilt die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Auf dem Grundstück hatten sich demnach einige Personen zu einer Feier getroffen. Aufgrund des Verstoßes löste die Polizei das Zusammentreffen auf und die Teilnehmer mussten das Areal verlassen. Gegen den Veranstalter, bei dem es sich nach gesicherten Informationen dieser Zeitung um einen wegen seiner rechtsextremen Umtriebe bekannten Landwirt aus Kirtorf handelt, wird wegen einer Ordnungswidrigkeit und wegen des Verdachts einer umweltgefährdenden Abfallbeseitigung ermittelt. Auch am Samstag darauf seien Polizeibeamte im Einsatz gewesen, um ähnlich gelagerte Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu verhindern, heißt es in der Mitteilung.

Bereits im vergangenen Jahr war die Polizei wegen einer geplanten Wintersonnenwendfeier (Anm. d. Red.: die Nationalsozialisten hatten dieses Fest, das eigentlich auf den 21. oder 22. Dezember fällt, zum offiziellen Feiertag erhoben) in Kirtorf im Einsatz. Damals hatte der Landwirt, der bundesweit wegen eines im Jahr 2004 in seinem Stall gefilmten Rechtsrockkonzertes bekannt geworden war, diese Feier ausrichten wollen. Ein Feuer, das er zu diesem Zweck hatte anmelden wollen, war ihm von der Stadt Kirtorf allerdings untersagt worden. Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte der 56-Jährige Anfang des Jahres betont, er feiere nun einmal gerne mit Feuer, lauter Musik und seinen Kumpels. Das lasse er sich auch nicht verbieten, betonte er und kündigte an, auch juristische Schritte in Betracht zu ziehen. Auf seinem Acker hatten Zeugen zudem zu Beginn des Jahres eine Wolfsangel (Anm. d. Red.: ein dem Hakenkreuz ähnliches Symbol, das unter anderem die SS verwendete und heute als verfassungswidrig eingestuft ist) entdeckt. Die Polizei hatte daraufhin angeordnet, dass das aus Dung aufgebrachte Symbol unkenntlich gemacht werden muss. Wegen dieses Vorfalls stand der Kirtorfer Ende des Jahres vor dem Amtsgericht Alsfeld und musste sich wegen des "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" verantworten. Das Gericht hatte das Verfahren allerdings eingestellt, weil die Richterin auf Fotos von dem Acker keine "Wolfsangel" erkannt habe.