„Keine US-Raketen im Stadtgebiet Wiesbaden“

Die US-Regierung plant nicht, Raketensysteme in Wiesbaden zu stationieren. Symbolbild: Andrew Harnik/AP/dpa

Es gibt Gerüchte über eine Stationierung von „Dark-Eagle“-Raketen in Kastel. Das sagt der Magistrat auf eine Anfrage der Linken zu Aktivitäten der US-Army in Wiesbaden.

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WIESBADEN. Laut dem Magistrat der Stadt Wiesbaden sollen im Stadtgebiet keine Langstreckenraketen des Typs „Dark Eagle“ stationiert werden. So vermeldet es die Linke-Stadtverordnetenfraktion, nachdem eine Anfrage von Fraktionsmitglied Brigitte Forßbohm an den Oberbürgermeister nun beantwortet wurde. In dieser erklärt der Verwaltungschef, dass Meldungen, nach denen neue bodengestützte Raketen vom Typ „Dark Eagle“ in Wiesbaden stationiert werden könnten, seitens des Headquarters der US Army Europe und Africa dementiert worden seien. Wie berichtet, hatte OB Gert-Uwe Mende (SPD) bereits die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) gebeten, sich beim Pentagon nach den US-Plänen zu erkundigen – bisher ohne Reaktion. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes hatte in Berlin gesagt, dass die US-Regierung nicht plane, Raketensysteme in Wiesbaden zu stationieren.

„Einzelheiten über Aufgaben der im September 2021 in Erbenheim in Dienst genommenen ,Second Multi-Domain Task Force’ mitzuteilen, sei den Verantwortlichen der US Army allerdings untersagt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Es handele sich um Unterstützungseinheiten der US- beziehungsweise multinationalen Landstreitkräfte für strategische Planungen.

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"Planungs- und Kommandostrukturen in Wiesbaden konzentriert“

Dass keine Hyperschallwaffen in Wiesbaden, sondern vermutlich anderswo in Europa stationiert würden, ist aus Sicht der Linken „allerdings kein Grund zur Beruhigung, denn nach den Ausführungen des Headquarters sind die Planungs- und Kommandostrukturen in Wiesbaden konzentriert“.

Gegenüber dem OB sei bestätigt worden, dass die US Army am 8. November 2021 das 56. Artilleriekommando mit Sitz im Wiesbadener Stadtteil Kastel reaktiviert hat. Die Einheit war „von 1986 bis 1991 als ,Pershing Headquarters’ im aktiven Dienst in Europa stationiert“ und wurde „nach der Unterzeichnung des Vertrages über die Abrüstung nuklearer Mittelstreckenraketen außer Kraft gesetzt“ zitiert die Linke aus dem Antwortschreiben des Magistrats. Die Zahl der in Wiesbaden stationierten Soldaten und ihrer Familien werde sich von derzeit 12.500 auf 13.000 bis 14.000 erhöhen. Für alle stünden Wohnmöglichkeiten in amerikanischen Liegenschaften zur Verfügung. Die Linke-Fraktion bedauert, dass mit der Aufkündigung des INF-Vertrags durch Donald Trump der Ost-West-Konflikt wieder Fahrt aufnehme. Dadurch laufe Europa wieder Gefahr, zum Austragungsort militärischer Auseinandersetzungen zu werden. Die Anfrage und die Antwort sind auf der Homepage der Fraktion einsehbar.

Von red