„Beruf, Bildung, Erfolg“

Wirtschaft  BTZ Lahn-Dill besteht seit 40 Jahren / Bildungsarbeit am Standort Wetzlar

40 Jahre BTZ: Vor dem Haupteingang des „Arnold-Spruck-Hauses“ freuen sich (v. l.) HWK-Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk, BTZ-Leiterin Carmen Fontaine und Kammerpräsident Klaus Repp. (Foto: Ewert)
Ein Blick in die Abteilung: Dort sind Schüler gerade dabei, ihr handwerkliches Geschick in Sachen Metallverarbeitung zu erweitern. (Foto: Ewert)
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Kammerpräsident Klaus Repp und Hauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk machten am Jubiläumstag in Wetzlar deutlich, dass sich das BTZ für den Bildungsstandort Mittelhessen eine enorm wichtige Bedeutung erarbeitet habe. „40 Jahre BTZ in Wetzlar, das bedeutet jährlich etwa 5000 Teilnehmer in mehr als 400 Lehrgängen und zusammen 400 000 Teilnehmerstunden.

Seit 1978 haben somit rund 200 000 Teilnehmer Lehrgänge im BTZ Wetzlar besucht“, so Kammerpräsident Repp. Das Motto „Beruf – Bildung – Erfolg“ gelte nicht nur für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, sondern auch für die breit gefächerten Weiterbildungsangebote sowie für Sondermaßnahmen der beruflichen Bildung sowie Prüfungen.

Der Start 1978 erfolgte mit zwölf Werkstätten und drei Unterrichtsräumen. Heute sind es 23 Werkstätten und neun Unterrichtsräume für Lehrlinge und die Erwachsenenbildung. Das in den 1990er Jahren erbaute und unmittelbar benachbarte Internat verfügt übe 28 Zimmer mit 54 Betten, in denen Lehrgangsteilnehmer Unterkunft finden. Das BTZ Wetzlar pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit den regionalen Kreishandwerkerschaften in Mittelhessen, mit den Innungen, Verbänden, den zuständigen Berufsschulen und der Kommunalpolitik.

„Qualität kommt von Qualifizierung“ ist eine Leitlinie der Arbeit im Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Wetzlar, das seit 2011 von Carmen Fontaine geleitet wird. Sie ist Nachfolgerin von Willi Kuhn, der dem BTZ Wetzlar von Beginn an verbunden war.

Mit Blick auf die aktuelle Konjunktursituation berichtete Repp, dass über 90 Prozent der Betriebsinhaber über eine gute bis befriedigende Geschäftslage berichteten. „Der Aufschwung hat sich verfestigt und die Binnenkonjunktur ist anhaltend robust. Die Geschäftslagebewertung unserer Betriebe ist auf einem neuen Höchststand“, sagte der Kammerpräsident. Die meisten Betriebsinhaber blickten auch positiv in die Zukunft. 91 Prozent der Betriebe rechnen mit verbesserten oder zumindest gleichbleibenden Geschäften.

Kammerhauptgeschäftsführer Bernhard Mundschenk zufolge sei trotz der guten Konjunktursituation kein positiver Beschäftigtensaldo erreicht worden. „Nach wie vor haben viele Betriebe Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden“, sagte Mundschenk. Zum 31. August 2018 seien allerdings 3145 neue Lehrverträge eingetragen worden. Dies entspreche einem Zuwachs von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies sei ein gutes Zwischenergebnis, das aber noch ausgebaut werden könne. Voraussetzung hierfür sei auch eine bessere Berufsorientierung, vor allem auch an den Gymnasien. Berufs- und Studienorientierung müssten den gleichen Stellenwert haben.

Im Handwerk kommt es nicht darauf an, wo man herkommt, sondern wo man hin will

Mundschenk äußerte sich skeptisch, dass Flüchtlinge den Fachkräftebedarf im Handwerk kurzfristig abdecken können. Aber von den 3145 neuen Lehrverträgen seien Ende August 307 mit Menschen mit Fluchthintergrund abgeschlossen worden.„Eine Zahl, die belegt, dass das Handwerk ein wichtiger Integrationsmotor ist. Im Handwerk kommt es nicht darauf an, wo man herkommt, sondern wo man hin will“, so der Hauptgeschäftsführer. (red/ew)


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