„Große Angst vor meinem Ex-Freund“

Gericht  Prozess wegen Körperverletzung

Und: Hatte er der 36-Jährigen 2017 bei einem Grillabend wirklich einen Becher an den Kopf geworfen?

Die Beziehung der beiden hatte Verteidiger Sascha Marks zwar als „im Großen und Ganzen harmonisch“ beschrieben. Doch als eine Gerichtshilfe als Zeugin in der Hauptverhandlung aussagte, schien die Einschätzung plötzlich zu wackeln. Denn nach Beendigung der Beziehung hatte sich die Geschädigte an das Gericht gewandt. Sie habe gesagt, die Beziehung wäre nie so richtig harmonisch verlaufen. Anlass für die Kontaktaufnahme mit dem Gericht war jedoch etwas anderes: „Ich habe große Angst vor meinem Ex-Freund. Er bedroht mich, ich fühle mich nicht mehr sicher“, soll die Geschädigte in einer E-Mail geschrieben haben. Der Angeklagte habe die 36-Jährige häufiger aufgesucht, um die Beziehung noch mal aufzunehmen. „Ich wollte, dass die Besuche ein Ende haben, ich wusste mir nicht anders zu helfen“, hatte die Geschädigte noch in der Hauptverhandlung ihre Kontaktaufnahme mit dem Gericht erklärt. Sie fuhr aber fort: „Im Nachhinein empfinde ich es nicht mehr als bedrohlich.“

Die Gerichtshilfe hatte von einem Gespräch mit Angeklagtem und Geschädigter berichtet, das „ganz entspannt“ verlaufen sei. In einem Vier-Augen-Gespräch habe der Angeklagte beteuert, dass er in Beziehungen sehr emotional sei, aber an sich arbeiten wolle.

Geschädigte ruft per WhatsApp um Hilfe

Das Gericht befragte auch eine Freundin der Geschädigten. Kurz nach dem Vorfall an besagtem Grillabend bestand zwischen der Zeugin und der 36-Jährigen Kontakt über den Nachrichtendienst WhatsApp. Dabei habe die Geschädigte darum gebeten, die Polizei zu verständigen, weil ihr Freund in der Wohnung randaliere. Daraufhin rief die Zeugin die Polizei und fuhr zur Geschädigten. Sie bestätigte, eine Beule an deren Kopf gesehen zu haben. Ein ärztlicher Entlassungsbrief vom Dezember 2016, als die 36-Jährige nach dem angeblichen Schlagen und Würgen des Angeklagten einen Tag lang in ärztlicher Behandlung war, attestierte des Weiteren eine geschwollene und blutende Nase sowie Kopfschmerzen. Der Prozess gegen den 31-Jährigen wird in Kürze fortgesetzt.


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