„Kuche kimmt frisch aus em Backowe“

Quetschekuchenfest  Neben leckerem Kuchen gibt es in Weitershausen Pizza und Würstchen

Den frischgebackenen Kuchen bringt Werner Grosch (links) den Helferinnen aus dem Dorf. Sie portionieren und servieren die verschiedenen Kuchen mit und ohne Sahne. (Foto: Stein)

Bereits zum 32. Mal hatten die Weitershäuser zu ihrem jährlichen Fest eingeladen. Was in den Anfängen von der Dorfgemeinschaft veranstaltet wurde, übernimmt seit etwa 20 Jahren der Bürger- und Kulturverein. Die Einnahmen des Festes kommen dem ganzen Dorf zugute. So wurden in den vergangenen Jahren neue Spielgeräte für den Kinderspielplatz angeschafft, man beteiligte sich an der Renovierung der Orgel, und auch die örtlichen Sportvereine wurden unterstützt.

In diesem Jahr möchte sich der gemeinnützige Verein an der Anschaffung von Geschwindigkeitsanzeigetafeln beteiligen. „Damit die Autofahrer mit mehr Rücksicht und vor allem langsamer durch unser Dorf fahren“, erklärt Vereinsvorsitzender Werner Grosch. Schon das erste Quetschekuchefest wurde für den guten Zweck veranstaltet. Damals richteten die Weitershäuser das Fest aus, um für einen jungen Weitershäuser, der durch eine Krankheit arbeitsunfähig geworden war, Spenden zu sammeln. Seitdem ist das Fest nicht mehr aus den Terminkalendern der Dorfbewohner wegzudenken.

Neben den Dorfbewohnern kommen aber auch Besucher aus den umliegenden Dörfern gerne zum Fest. In geselliger Runde konnte man am Wochenende wieder allerlei Köstlichkeiten aus dem Steinofen und vom Grill probieren. Neben dem „Quetschekuche“ als Namensgeber gab es am Sonntagnachmittag Apfel-, Pudding- und Streuselkuchen „frisch aus em Backowe“. Insgesamt wurden 25 Kuchenbleche von Frauen aus dem Dorf vorbereitet. Wegen der regional schlechten Obsternte in diesem Jahr kamen die Zwetschgen über den ortsansässigen Obsthändler vom Großhandel.

Am Sonntagmittag standen Werner Grosch und sein Helferteam dann gut zweieinhalb Stunden vor dem Steinofen, um alle Bleche pünktlich zum Nachmittagskaffee fertiggebacken zu haben. Der in den 1960er Jahren gebaute Ofen war bereits am Freitagabend mit Holz und Reisig angeheizt worden, um auf eine Grundtemperatur von etwa 200 Grad Celsius zu kommen. Um ihn auf dieser Temperatur zu halten, musste am Wochenende mehrfach nachgeheizt werden. Nach jahrelanger Übung gelingt auch das Kuchenbacken im Steinofen schnell und unkompliziert. Doch Werner Grosch weiß, dass das anfangs ganz anders aussah: „Der erste Kuchen aus dem Ofen war pechschwarz. Es braucht Zeit und Übung, um mit den verschiedenen Temperaturzonen des Ofens zurechtzukommen.“

Organisatoren sind zufrieden

Dass dieses Handwerk mittlerweile gut gelingt, zeigten die zufriedenen Gesichter am Sonntagnachmittag. Sogar ein Ehepaar aus Frankfurt hatte auf seiner Durchreise von Schmallenberg zurück in die Heimat am Backhaus Halt gemacht. „Wir sind begeistert von dem leckeren Kuchen und der Atmosphäre. Der Kuchen kommt quasi direkt aus einer ,echten Landbäckerei‘, so etwas gibt es bei uns nicht.“, berichten sie begeistert. Insgesamt ist Werner Grosch als Organisator des Festes sehr zufrieden mit den Besucherzahlen und freut sich schon jetzt auf das Fest im nächsten Jahr. (jns)


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