„Meister Maddin“ lädt zum Babbel-Yoga

COMEDY  Tipps zum Entspannen und zur Schönheitspflege gibt Martin Schneider bei seinem Auftritt in Marburg

Comedian Martin Schneider hat im KFZ die Menge zum Lachen gebracht. (Foto: Schwarzwäller)

„Badeschaum“. Schön „weisch“ und langsam sprechen. Die ganze Gruppe bitte. Merken Sie schon, wie’s entspannt und „geschmeidisch“ macht? Und damit Lippen aufspritzen und Stacheldraht hinter die Ohren klemmen überflüssig? „Babbel-Yoga“ ist der Trend der Stunde. Meister Maddin war zu Gast im KFZ, um knapp 250 Besucher an seinen neu gewonnenen Weisheiten teilhaben zu lassen.

Er ist lange nicht mehr in Marburg gewesen, stellt er fest. Und freut sich, dass so viele Leute gekommen sind. Auch viele Frauen. „Mansche, die isch noch gar nicht kenn!“ Wer wiederum die Geschichte des Kontinentaldrift noch nicht kennt, bekommt von Maddin kurz Nachhilfe: Hessen und Indien waren früher mal ein gemeinsamer Kontinent. Bevor Hessen „abgeplatzt un weggeschwomme“ ist. Kein Wunder, dass es bis heute Gemeinsamkeiten gibt.

In „Meister Maddins“ Philosophie treffen folgerichtig uraltes Wissen aus Burgholzhausen und jahrhundertealte, indische Traditionen aufeinander. „Es lischt eischendlich uff de Hand“, aber es hat halt noch keiner gemacht. Inspiration hat Maddins Yoga-Meister, der „Lach-Babba“ geliefert. „Laugh every day, then you will be healthy and happy“, hat der gesagt. Also wenn man “häppi bis unners Käppi” sein will, dann muss man täglich lachen.

Wer es „Runnerkomme“ nötig hat, der sollte vor allem eine Disziplin beherrschen: „Dummbabbele“. Etwas, das vor allem Politiker und auch einige Sportler gut beherrschen. Männer im Allgemeinen deutlich besser als Frauen, aber auch die können lernen, meint Maddin.

Martin Schneider gibt auch Tipps für ein besseres Sex- und Liebesleben – wer’s braucht

Franz Beckenbauer hat das vor 30 Jahren schon praktiziert und ist „e bissi beläschelt worn“ dafür: „Die Schweden sind keine Holländer“, jawohl. Und damit ab zur nächsten Disziplin: Das Heul-Sauf-Yoga, geboren in Maddins Wintergarten.

Nachdem er die Freundin, die ihn verlassen hatte, mittels Telepathie zurückzulocken versuchte, stand stattdessen ein ebenfalls verlassener Freund oder Verwandter nach dem anderen vor der Tür. Dann wurde „erst e Schnäpsje getrunke und dann geheult“, manchmal auch umgekehrt. Man traf sich regelmäßig, stellte aber irgendwann fest: „Immer nur traurisch schläscht uff Dauer schon uffs Gemüt“. Und Maddin muss der Wahrheit manchmal ins Gesicht sehen, auch wenn es der Wahrheit nicht gefällt: Von tausend Frauen gibt es vielleicht doch eine, der er nicht gefällt.

Seinen Fans im KFZ gefiel das, was sie sahen, hingegen sehr. Zwischendurch müssen sie zu „e bissje Disziplin“ ermahnt werden, „mir sin ja net zum Schbass hier“. Aber zu wissen, wie man im Alltag besser mit Frust umgeht, das ist die Mühe doch wert. Also beim nächsten Mal, wenn das neue „Schmartfon“ ins Klo fällt und man es erst nach dem Spülen merkt: nicht schimpfen. Oder zumindest wenn dann nur „weische Flüsche“ ausstoßen. Am besten drüber lachen. Das Handy im Klo? „Scheißempfang.“ Das amüsiert noch Tage später.

Ganz wichtig auch, vor allem fürs Wurzelchakra, da ist nomen auch mal wieder omen: „Ennerscheißing“. Kann man zum Beispiel praktizieren, indem man, am besten bei Frischluft, dreimal mit Ganzkörpereinsatz „Helau“ ruft, um die Energie wieder fließen zu lassen. Oder „Tor“, wenn es um Fußball geht. Aber bitte nicht nur, wenn die eigene Mannschaft eins schießt. Dabei kommt zu wenig rum. Wenn keine Tore falle, dann einfach alle 15 Minuten trotzdem brüllen. „Die annere gugge bissi bleed, awer Du bist gut druff“. Und darauf kommt es ja an.

Beim Sex lässt sich das ebenfalls umsetzen. Egal, ob „Tor“, „Helau“ oder auch „Schwartemaache“ als Ausruf. Nur immer auch einmal den Namen der Partnerin nennen, damit sie nicht das Gefühl hat, sie sei gar nicht dabei. Kamasutra? „Kammamamache“.


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