„Oranien-Quartett“ feiert 25. Geburtstag

Schirmherr Klaus Achim Wendel ermutigte die Chöre zu mehr Mut und Optimismus.
Das „Oranien-Quartett“ Dillenburg feierte gemeinsam mit gut 30 Chören und Musikgruppen in der Reithalle 25. Geburtstag. (Fotos: Schwedt)
Im Beisein von Präsidiumsmitglied Günther Herzberger (2.v.r.) ehrte Vorsitzender Heinz-Wolfgang Reichmann (r.) die Gründungsmitglieder (v.l.) Lutz Schäfer, Gerd Stark, Uwe Enders, Michael Hofmann und Jens Lipp.
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Nachdem das „Oranien-Quartett“ mit der eindrucksvollen Psalmvertonung „I will praise thee, o Lord“ des schwedischen Komponisten Kurt Nystedt das festliche, zweistündige Programm eröffnet hatte, freute sich Vorsitzender Heinz-Wolfgang Reichmann über die zahlreichen Ehrengäste.

Unter ihnen der Schirmherr Klaus Achim Wendel, Dillenburgs Erste Stadträtin Elisabeth Fuhrländer, das Präsidiumsmitglied des Hessischen Sängerbundes Günther Herzberger, Vorstandsmitglieder des Dill-Sängerbundes mit Präsident Ralf Zobus und Ehrenvorsitzender Anton Kreutner an der Spitze sowie dem evangelischen Gemeindepfarrer Dr. Friedhelm Ackva.

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„Unser Leitgedanke ist Freundschaft, Kameradschaft, Zusammenhalt und Geselligkeit. Aus diesen Überzeugungen heraus feiern wir unseren 25. Vereinsgeburtstag“ betonte Heinz-Wolfgang Reichmann. Der MGV „1897 Oberdresselndorf“, ebenfalls unter Leitung von Matthias Fischer, brachte seinen beachtlichen musikalischen Klangkörper zur vollen Entfaltung mit dem lateinischen „Adnus dei“ aus der „Cäcilienmesse“, dem bekanntesten kirchenmusikalischen Werk von Charles Gounod. Einen weiteren Hörgenuss präsentierte der 25-köpfige Gastchor im späteren Programmverlauf mit der eindrucksvollen Interpretation der Komposition von Hans Weis-Steinberg „Der Herr ist mein Hirte“ aus dem 23. Psalm.

In seiner sehr leidenschaftlichen Festansprache erinnerte Klaus Achim Wendel mit Lob, Anerkennung an die sängerischen Erfolge des „Oranien Quartetts“ und brach eine Lanze für das Singen in den Chören: „Ich bin zutiefst überzeugt, dass Chorgesang und Kultur eine gute Zukunft haben und dass es zu einem Comeback für das bürgerlich-kulturelle Engagement kommt“, bekräftigte er. Der Schirmherr erinnerte daran, dass bereits vier Millionen Menschen in Deutschland singen und musizieren und für die Gesellschaft solche Bürgerinitiativen wichtig sind. Die Verantwortlichen in den Vereinen ermutigte er zu mehr Mut und Optimismus: „Die Nachfrage ist da, machen Sie ein entsprechendes Angebot. Ich bin überzeugt von ihrer Kraft und schätze ihren Beitrag für das kulturelle Geschehen. Chöre, die sich dem modernen Repertoire nicht verschließen und gleichzeitig das traditionelle Liedgut pflegen, haben eine gute Zukunft“.

Stürmischen Applaus erhielten die drei Jüngsten, die mit Bravour ihren Part meisterten

Erste Stadträtin Elisabeth Fuhrländer ermutigte in ihrem Grußwort dazu, in Frieden zurück und erwartungsvoll in die Zukunft zu schauen. In Abwandlung eines Nietzsche Zitats stellte sie fest: „Ohne Singen wäre das Leben ein Irrtum“. Lob für den Jubiläumschor gab es aus berufenem Munde vom Präsidenten des Dill-Sängerbundes Ralf Zobus: „In vielen Konzerten und öffentlichen Veranstaltungen hat das „Oranien-Quartett“ auf hohem Niveau Akzente gesetzt. Dazu haben die beiden Chorleiter Lutz Schäfer und seit 2015 Matthias Fischer wesentlich beigetragen“.

Mit temperamentvoll gespielten Melodien wie „Glück auf“, der „Fliegermarsch“, „O Champs Elysee“ und dem rockigen „Narcotic“ heizte der Musikverein „Nassau Oranien“ Haiger unter der Stabführung von Jürgen Kasteleiner dem Publikum mächtig ein. Der stürmische Applaus galt auch den drei Jüngsten, Elis Kasteleiner (7 Jahre) sowie Elle Felbinger und Jan Keiner (beide 8 Jahre), die mit Bravour ihren Part meisterten.

Nachdem der Männerchor „Netpher Stimmen“ um Matthias Fischer besonders mit dem vielstimmigen „Halleluja“ seine musikalische Qualitäten überzeugend zu Gehör gebracht hatte, erinnerte der frühere Chorleiter Lutz Schäfer an die Höhepunkte und Erfolge in der 25-jährigen Vereinsgeschichte. Die Gründung im Jahre 1992 durch Sänger aus dem heimischen Raum sowie aus dem benachbarten Siegerland und aus Rheinland-Pfalz sei auf Initiative von Friedel Fuchs aus Kaan Marienborn erfolgt. Mit dem Ziel, bei öffentlichen Auftritten hochwertige Chormusik anzubieten. An herausragenden Veranstaltungen erwähnte Lutz Schäfer die Auftritte mit den Mainzer Hofsänger und den Don Kosaken sowie die glanzvollen Kirchenkonzerte. „Wir haben viele Musikstile ausprobiert, heute ist die geistliche Chormusik und die Musik der Romantik ein Themenschwerpunkt“.

Ehrungen für verdiente Mitglieder des Männergesangvereins

Im Beisein von Günther Herzberger vom Hessischen Sängerbund und dem Ehrenvorsitzenden des Dill-Sängerbundes, Anton Kreutner, wurden folgende Gründungsmitglieder mit der Urkunde des Landesverbandes geehrt: Lutz Schäfer, Gerd Stark, Uwe Enders, Michael Hofmann und Jens Lipp. Lutz Schäfer erhielt darüber hinaus die Ernennungsurkunde zum Ehrenchorleiter und zusätzlich vom Dill-Sängerbund die Urkunde für 25-jährige Dirigententätigkeit.

Nachdem das „Oranien Quartett“ mit dem sehr melancholischen „Abendlied“ eine weitere Kostprobe seines außerordentlichen Leistungsstandes präsentiert hatte, versammelten sich alle Sänger gemeinsam auf der Bühne und brachten mit dem bekannten Elvis Hit „Falling in love“ ihren enormen Klangkörper zur vollen Entfaltung. Der Schlussapplaus hielt lange an.

Am Dienstag war in der Reithalle „Gesang pur“ angesagt: 26 Männer-, Frauen-, gemischte und junge Chöre setzten eigene Akzente und zeigten beim Freundschaftssingen ihr musikalisches Können. Mit dabei beispielsweise die „Jugendfreunde“ Herborn, „Sing & Act“ aus Haiger, „Pop a'la carte“ aus Bicken, die Chorgemeinschaft Offenbach/Erdhausen und die Jugendmusikgruppe Blankenstein. (kds)


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