„Verstehe Engagement offener“

EHRENAMT  Aus Verantwortungsgefühl heraus für die Gesellschaft im Einsatz

Engagiert sich in Wetzlar: die Diplom-Geographin Henriettte Klinkhart. (Foto: Rühl)

Seit 2016 ist Henriette Klinkhart auch in der Projektarbeit der „Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen“ in Hessen, kurz LAGFA, tätig. Dabei hat sie ihre freiberufliche Tätigkeit auf soziale Bereiche ausgeweitet. So kam dann der Kontakt zum Freiwilligenzentrum Mittelhessen und dessen Leiterin Karin Buchner zustande.

Wie engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Henriette Klinkhart: Bei freiwilligem Engagement denkt man meistens zuerst an klassische Tätigkeiten, beispielsweise Übungsleiter in Sportvereinen, Essensausgabe bei der Tafel und Ähnliches. Jugendtrainerin war ich als junge Erwachsene auch. Das hat Spaß gemacht und war auch irgendwie selbstverständlich, dass man da „nachrückt“ und Aufgaben im Verein übernimmt.

Heute verstehe ich Engagement offener und denke, dass sich dann mehr Möglichkeiten finden, sich für etwas einzusetzen. Zum Beispiel unterstütze ich die Arbeit des Freiwilligenzentrums und des Arbeitskreises Engagierte Stadt. Das kann dann das Planen und Organisieren von Veranstaltungen, Moderation oder konzeptionelle Arbeit sein. Wenn so etwas anfällt, wie etwa im März bei der Unternehmenskonferenz des Arbeitskreises Engagierte Stadt, bringe ich mich dort unentgeltlich ein und plane, organisiere und moderiere.

Was sind Ihre Beweggründe?

Klinkhart: Als Teenager und junge Erwachsene war es Spaß und die Gemeinschaft. Heute ist es auch Verantwortungsbewusstsein. Meine Oma hat mir von klein auf mitgegeben, dass es wichtig ist, zu teilen und anderen zu helfen. Mit dieser Haltung hat sie, glaube ich, die Basis bei mir gelegt, die Situation anderer beziehungsweise meines Umfelds mit zu betrachten und auch etwas abzugeben.

Warum ist Engagement wichtig?

Klinkhart: Engagement macht viele Dinge erst möglich und jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen. Das kann sowohl praktische als auch Hilfe finanzieller Art sein. Wenn ich arbeite und einen Teil meines Einkommens Organisationen spende und damit deren praktische Hilfe unterstütze, ist das für mich auch eine Form von Engagement. Nicht jedem liegt die praktische Hilfe, beispielsweise die persönliche Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen. Aber wenn wir in einer Gesellschaft zusammen leben, hat jeder Einzelne eine Verantwortung.

Was nehmen Sie Positives aus Ihrem Engagement mit?

Klinkhart: Dass es viele Menschen gibt, die nicht nur an sich denken. Dass jeder etwas beitragen und bewegen kann. Und dass es Freude macht.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Freiwilligenzentrum und warum ist es wichtig, dass es das Freiwilligenzentrum gibt?

Das Freiwilligenzentrum bündelt und vermittelt. Ich kann mich sowohl als Unterstützungssuchender als auch als Unterstützungsgeber an das Freiwilligenzentrum wenden, das wie eine Kontaktbörse für Engagement funktioniert. Wenn ich überlege, ob und wo ich mich einbringen könnte, kann ich unverbindlich auf der Internetseite schauen oder mich beraten lassen. Auf der anderen Seite ist es ein kompetenter Partner innerhalb der Stadtgesellschaft; das Team kennt soziale Einrichtungen, Organisationen, Vereine in Wetzlar und weiß eben auch oft, „wo der Schuh drückt“.


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