18 Stücke sind im Wettbewerb

KULTUR Jugendtheaterwoche findet vom 12. bis 19. März statt
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"Kuck! Schau! Spiel!" lautet das Motto - daher auch der Festival-Name "KUSS". Kinder und Jugendliche bekommen die Gelegenheit, ganz viel Theater zu sehen, aber auch selbst aktiv Theater zu spielen. Und für die Theatermacher ist das Festival immer auch ein Arbeitstreffen. In einer Zukunftswerkstatt mit dem Titel "Lost and found" lädt der Arbeitskreis Südwest - ein Zusammenschluss der professionellen Kinder- und Jugendtheater in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland - zu einer Zukunftswerkstatt ein.

Die Eintrittspreise sind bewusst niedrig gehalten, um ein großes Publikum zu erreichen

Drei Studierende aus dem Theater-Bereich erhalten ein "Next Generation"- Stipendium, in dem sie die Theaterwoche begleiten und dokumentieren. Und zu vier Produktionen wird es auch wieder Inszenierungsgespräche geben - dieses Mal in verschiedenen Formaten, an deren Orten, im Gehen, Sitzen oder Liegen. "Wir lassen uns selbst überraschen", sagt Norbert Ebel vom Festivalteam. Das ganze Jahr über werden Stücke gesichtet und ausgewählt - schon jetzt ist man für 2017 unterwegs, erklärt Festival-Leiter Jürgen Sachs.

Die Produktionen, die in diesem Jahr ins Rennen um den Preis für das beste Stück gehen, decken das gesamte Spektrum vom Tanztheater für die Allerkleinsten bis hin zu einem Gesellschaftsspiel ab, bei dem die Zuschauer Teilnehmer sind. Neben bekannten Ensembles wie dem Puppentheater Halle, das in der Vergangenheit schon zweimal zum Sieger gekürt wurde, sind auch neue Namen und Gesichter zu Gast. Auch das Ausland ist vertreten: Zwei belgische Produktionen sind mit dabei. Für das Stück "Das Mädchen vom Mond" - ein Materialtheater, das mit Draht und Schnüren arbeitet - wurde eigens eine deutsche Fassung kreiert.

Das Hessische Landestheater ist mit der Hausproduktion "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" im Wettbewerb. Die altbekannte Geschichte ist auf ganz neue Art und Weise interpretiert, verrät Theaterpädagoge Michael Pietsch. So ergeben sich "neue Sichtweisen auf das Stück, auf das Thema und aufs Theater", so Pietsch. Viele der Stücke haben das Reisen zum Inhalt; sei es der Aspekt von Heimat und Fremde oder die Reise des Lebens. Um die geh es in "Eins zwei drei vorbei" - auf einer buchstäblichen Spielwiese. "Sprachlich sehr reduziert, sehr poetisch, eine Lebensgeschichte im Kleinen", sagt Norbert Ebel.

"Zaadgah - Heimat im Kopf" ist eine interaktive Performance zum Thema Migration - dem Thema, an dem man laut Jürgen Sachs natürlich auf gar keinen Fall vorbeikommt in diesem Jahr. Eine junge Iranerin erzählt darin ihre eigene Lebensgeschichte. "Leider deutsch" inszeniert die Geschichte von Anna, die alles Türkische toll findet und sich in Ali verliebt - nichtsahnend, dass der eigentlich Albert heißt und Deutscher ist.

Das Puppentheater Halle bringt mit Marquez‘ "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" Weltliteratur für Jugendliche auf die Bühne; und zwar in einem Nebeneinader von Schauspiel und Puppenspiel. Wer zum Schluss der Sieger des Festivals 2016 sein wird, bestimmt wie immer eine Jury, die sich aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzt. Der "Freundeskreis Hessisches Landestheater" stiftet das Preisgeld von 2.000 Euro. Bevor am Samstag die Preisverleihung stattfindet, gibt es am Freitag Nachmittag auch eine Präsentation der Workshopergebnisse. Unter dem Motto "Laut - Stark" bieten 28 Theaterpädagogen verschiedene Workshops an.

- Um möglichst vielen Familien einen Theaterbesuch zu ermöglichen, sind die Eintrittspreise bewusst niedrig gehalten: Kinder und Jugendliche zahlen 6, Erwachsene 8 Euro (zwei Stücke haben einen niedrigeren Sondereintrittspreis). Alle Informationen zu den Workshops, den Vorstellungen, zu Preisen und dem Busservice für Gruppen aus dem Landkreis gibt es im Internet unter www.theater-marburg.de.


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