2015 soll der Windpark stehen

WEISSENBERG Bürger erfahren Details der Planung

Voll besetzt war das Bürgerhaus Dautphe, als die Gemeinde zum Informationsabend über den Windpark Weißenberg eingeladen hatte. Jagdpächter Friedrich Wilhelm Krummenerl (stehend) äußerte erhebliche Bedenken gegen das Projekt. (Foto: Dörries)

Die Windenergie kommt: Fünf Windräder sollen im Gebiet Weißenberg/Nimmerich entstehen. (Foto: Archiv)

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Es gehe nicht darum, das Projekt schön zu reden, sagte Schmidt. Die Gemeinde wolle vielmehr größtmögliche Transparenz im Verfahren. Sein Anliegen sei: "Das soll UNSER Windpark werden!" Voll besetzt war das Bürgerhaus Dautphe zur Informationsveranstaltung über das Großprojekt. Experten der mit der Planung und späteren Errichtung des Windparks betrauten Hermann Hofmann Gruppe standen den Bürgern ebenso Rede und Antwort, wie der Biologe Dr. Tim Mattern, der das tierökologische Gutachten für das Gebiet erarbeitet.

Derzeit befinde man sich in der "Grobplanung" für den Windpark, der immerhin schon Ende 2015 ans Netz gehen soll, erfuhren die Besucher. Fünf WEA - wahrscheinlich des Typs Enercon E 115 - sind vorgesehen. Sie haben jeweils eine Nabenhöhe von 149 Metern und einen Rotordurchmesser von 115 Metern.

Der Typ sei als Binnenlandanlage entwickelt, sagte Firmensprecher Florian Seiler. Zu erwarten sei eine elektrische Leistung der fünf Anlagen von 15 Megawatt. Anhand eigener Berechnungen, denen gutachterliche Daten noch folgen müssen, stellte Seiler dar, weder durch Schall noch Schlagschatten seien die umliegenden Ortschaften beeinträchtigt.

12,5 Hektar Fläche müssten pro Windrad gerodet werden

Obwohl die fünf Standorte noch nicht endgültig festgelegt sind, steht fest, dass 197 Flurstücke von deren Bau betroffen sein werden. Ein Standort befindet sich auf Terrain der Gemeinde Dautphetal, einer auf dem der Stadt Biedenkopf, einer auf Hessenforst-Gelände, eine Standortfläche gehört der evangelischen Kirche und schließlich noch ein Standort ist im Besitz von mehreren Privatpersonen. Für die Eigentümer soll es in Kürze eine eigene Versammlung geben, bei der sie - so sie denn grundsätzlich  einwilligen - über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden.

Die bisherige Planung sieht vor, dass für die fünf Windräder im Wesentlichen Windwurfflächen in Anspruch genommen werden, die in nordöstlich-südwestlicher Richtung verlaufen.  Es soll so wenig Wald wie möglich gerodet werden. "Wir wollen den Eingriff möglichst gering halten," versicherte der Bürgermeister.

Für die Zuwegung muss  das bestehende Wegenetz ausgebaut werden. "Wir brauchen 4,50 Meter breite Transportwege," sagte Michael Koch, Geschäftsführer der Hermann Hofmann Gruppe. Man müsse von 70 Lkw pro Anlage ausgehen. 2,5 Hektar Fläche müssten pro Windrad gerodet werden, von denen ein Hektar nach der Fertigstellung wieder renaturiert werden könne. Das Gebiet, wo die Anlagen gebaut werden sollen, gelte als Waldfläche, auch wenn dort keine Bäume mehr stünden. Daran orientiere sich auch, wie der Ausgleich vonstatten zu gehen habe, sagte Koch. Es sei aber sicher, dass nur dort durch Aufforstungen ausgeglichen werde, wo auch solche Neu- bzw. Wiederanpflanzungen sowieso geplant sind.

Mit Schaubildern machten die Planer deutlich, wie der Anblick der Landschaft nach Bau der fünf rund 200 Meter hohen  Anlagen sein werde. So hatten sie  Ansichten simuliert von der Hinterlandhalle aus, vom Sportplatz Silberg, von Dautphe und  vom TÜV Gelände Eckelshausen aus. Allerdings - und dies war der einzige Punkt, zu dem der Bürgermeister keine Angabe machen mochte - war darauf nicht zu sehen, ob und wie der Anblick durch die zehn von Breidenbach und Biedenkopf geplanten Windkraftanlagen am Schwarzenberg, der sich nordwestlich an das Dautphetaler Gelände anschließt, verändert wird. "Zu den Planungen der Nachbargemeinden kann und will ich mich nicht äußern," sagte Schmidt. 


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