42 Zentner Äpfel unter Druck

OBSTERNTE Dautphes Obstbauern haben alle Hände voll zu tun
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Der Schein täuscht jedoch, wie Magdalene Kohlenberger sagt.

Auch wenn an diesem Tag im "Apfelsafthäuschen" des Dautpher Obst- und Gartenbauvereins viel los war: Die Apfelernte insgesamt fällt dieses Jahr in den meisten Regionen des Hinterlands eher bescheiden aus. "In der Vergangenheit mussten wir teilweise an zehn Tagen pressen," erinnert sich Magdalene Kohlenberger. "Diesmal reichen uns drei!"

So oder so - für die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins sind jene Tage immer mit jeder Menge Arbeit verbunden. Nachdem die Kunden ihre gepflückten Äpfel abgeliefert haben, werden diese erst einmal in einer Wanne gewaschen und so vom groben Schmutz befreit.

Von dort werden sie mit Eimern in den Häckseler geschüttet, der die Äpfel zu einer breiigen Maische zerkleinert, die wiederum in die eigentliche Presse gefüllt wird. Bis zu 16 Holzrahmen mit der in Tücher eingeschlagenen Maische werden dazu übereinander gestapelt und mit dem groben Apfelbrei befüllt, bevor die Presse von oben mit 200 bar auf den aufgeschichteten Turm drückt. Das Ergebnis tritt augenblicklich als goldener Strahl süßen Saftes aus dem Hahn am unteren Ende der Presse aus und kann direkt schon von den Kunden gekostet werden. Zurück bleibt der Trester, die Maische die sich unter dem Druck der Presse in eine zähe, trockene Masse verwandelt hat. Sie wird an den Jagdpächter übergeben, der damit die Tiere im Wald füttert.

Um ihn haltbar zu machen, wird der Saft auf über 80 Grad erhitzt

Rund 20 Minuten rechnen die Helfer für einen solchen Durchgang, wobei sie den gepressten Saft jedoch nicht in Flaschen abfüllen. "Das müssen die Kunden selbst machen", erklärte Magdalene Kohlenberger, weil es einfach zu zeitaufwändig wäre und zu viel kosten würde. Nur den Saft der eigenen Mitglieder, der gleich zu Beginn in der Morgendämmerung an der Reihe war, bearbeitet der Verein bis zum Schluss. Dazu muss der gepresste Saft für einige Minuten bei 80 bis 90 Grad abgekocht werden. "Weniger darf es allerdings nicht sein, weil sonst die Gärung einsetzt", erklärte Melanie Kohlenberger. Danach kann der Saft in Flaschen oder Kanister abgefüllt und als kühler Durststiller genossen werden.


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