60 Kölschhäuser gehen Grenzen ab

TRADITION Vereinsgemeinschaft und Ortsbeirat luden zur lehrreichen Wanderung ein

Nach altem Brauch wurde eine jüngere Teilnehmerin von zwei starken "Burschen" auf einen Grenzstein gehoben. (Foto: Weller)

Gruppenbild der Grenzgänger im Schneegestöber an der "Eschenmutter". (Foto: K.-H. Eckhardt)

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Ortsvorsteher Walter Hörbel konnte etwa 60 Personen am Ausgangsort der Wanderung, bei der Grundmühle, begrüßen, unter ihnen auch der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Karl-Heinz Eckhardt, der bei der nachfolgenden Grenzbesichtigung die Interessen von Dreisbach vertrat.

Hörbel erinnerte auch an die Bedeutung der Grenzbegehungen. Zeitgleich mit dem Einsetzen von starkem Schneefall startete die Gruppe zunächst entlang des Aarbachs, der natürlichen Grenze zwischen den Gemarkungen Kölschhausen und Dreisbach. Dann ging es steil bergauf zur Landhege, der lange Zeit währenden Landesgrenze zwischen den Fürstenhäusern Nassau und Solms-Braunfels, heute Grenze zwischen Ehringshausen und Sinn.

Unterwegs erfuhr man Näheres zur Geschichte der Gemarkung

Dort, wie schon vorher an der Grundmühle und danach an weiteren Stellen gab es Erläuterungen zu den Grenzen sowie zu geschichtlichen Ereignissen durch den Vorsitzenden der Vogel- und Naturschutzfreunde Kölschhausen, Helmut Weller. Der Verein kümmert sich nicht nur um den Naturschutz, sondern auch um heimatkundliche Anliegen. Mitglieder dieser Gruppe und der Bauhof der Gemeinde hatten den Grenzweg begehbar gemacht.

Für forstliche Informationen sorgte Revierförster Robert Mann. Nach gut 1,5 Stunden Wanderung durch eine herrlich verschneite Waldlandschaft, vorbei an historischen Grenzsteinen, erreichte die Gruppe bei der "Eschenmutter", an der Katzenfurter Grenze, eine eingerichtete "Waldwirtschaft". Auf dem Weg dorthin wurde, einem alten Brauch folgend, eine jüngere Teilnehmerin an der Grenzbegehung von zwei starken "Burschen" auf einen Grenzstein gehoben mit dem Spruch "Grenze, Stein, Ewigkeit", damit sich der Standort des Steins so für alle Zeiten einprägen sollte.

Bei der Verpflegungsstation gab es einen von der Feuerwehr und von der Mädchen- und Burschenschaft vorbereiteten Imbiss. Nach etwa einer halben Stunde ging es weiter auf der alten Poststraße, einem über Jahrhunderte benutzten Handelsweg. Nach insgesamt ungefähr drei Stunden traf die Gruppe am Abschlussort, dem Sportlerheim des SV Kölschhausen, ein, wo der Schützenverein die Wanderer verköstigte.


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